Bitty McLean in Berlin

Bitty McLean - CoverBitty McLean trat am Samstag, den 26.3., beim Reggae Winterlager im Berliner Cafe Moskau auf, unterstützt von Barney Millah und Such A Sound – ein Pflichttermin, gilt doch sein Album “On Bond Street“, erschienen im November 2004, bei manchem schon jetzt als Klassiker. Auf dem Album singt Bitty McLean ausschließlich auf Riddims, die in den 60ern und frühen 70ern von Tommy McCook & The Supersonics eingespielt und von Duke Reid produziert wurden; Rocksteady aus dem Jahr 2004, der klingt wie 1968, von einem Singer, der in einem Atemzug mit den Lovers Rock-Größen unserer Zeit genannt werden kann.

Um rund 00:30 werden wir im Cafe Moskau, einer sehr verwinkelten, etwas schicken aber sehr gemütlichen Location in Berlin-Mitte mit Loversrock vom feinsten begrüßt. An den Stahlrädern steht ein Riese in schwarz – Alex vom berliner Veteranensound Such-a-sound, der Veranstalter von Bitty McLean in Berlin (Sein einziges Deutschlanddate ausser Hamburg). Als Bitty McLean gegen 02:00 die Bühne betritt ist der Keller des Cafe Moskau gut gefüllt und vor allem direkt vor der Bühne haben sich eine Menge Frauen versammelt bei denen es offensichtlich ist, dass sie den “Lovers Call” schon zu hause vernommen haben.

In der ca. 1 stündigen Show besticht Bitty McLean durch grandiosen Umgang mit dem Publikum und seiner Stimme. Für alle, die das Album “On Bond Street” noch nicht kennen sei gesagt: Chris Peckings, der englische Treasure Isle-Spezialist suchte für den Lovers Sänger Bitty McLean einige der zeitlosesten Riddims von den Bändern DES Studios für Rocksteady.

Das Konzert war dann auch komplett “On Bond Street”; auf seine alten Hits wie “If it’s raining” verzichtete Bitty McLean glücklicherweise, es scheint fast so als versuche der Mitdreißiger einen kompletten Neuanfang als kontemporärer Rocksteady Interpret – bei seinem zweiten Konzert in Deutschland ist ihm dieser Neuanfang sicherlicht geglückt.

Wie auf dem Album begann er seine Show mit “Walk away from love” und die Stimmung explodierte schon beim Intro “Now this happens to be, …” musste schon beim einsetzen des Riddims gepullupt werden. Ähnlich ging es weiter “Baby Tonight”, “Cruisin'”, “Your Heart”, “Make it with you” wurden teilweise bis zu drei mal geforwardet. Die Frauen im Publikum wollten den gutaussehenden Sänger gar nicht mehr gehen lassen und als er dann von der Bühne in die Menge sprang um “Baby Tonight” (zum zweiten Mal) und “Make it with you” zum besten zu geben war das gut gefüllte Cafe Moskau nicht mehr zu halten.

Den unglaublichen Vibe des Abend hat sicherlich jeder Anwesende gespürt und aus meinem Herzen werde ich diese unvergessliche Nacht wohl nicht verdrängen können. Ich hätte mir gewünscht, dass der komplette Abend ein Lovers und Rocksteady Abend geworden wäre, aber das ist wohl bei einer regelmäßigen Veranstaltung wie dem “Winterlager” nicht möglich.

Valentin für dancehallmusic.de

[ Fotos im flickr-Pool von dhm ]