Riddim Clash 2005 – Rundown

Clash-TrophyMan schreibt das Jahr 2005, Reggae hat sich seit vielen Jahren gemach mit Deutschland angefreundet und auch die Soundsystem-struktur hat hierzulande laengst Einzug erhalten. So spriessen die Sounds momentan wie musikgeladene Pilze aus dem durch Labels, Produzenten, Bands und Solo-Artists mit Dancehall-Naehrstoffen angereicherten deutschen Boden.
Auch wenn es für viele ein steiniger Weg sein dürfte, der Anstieg zumeist steil und für manche –anfänglich dem sog. ´hype´ nacheifernden- Soundboys die finanzielle Huerde eine nicht zu ueberwindende darstellt, hat sich doch so manches Projekt aus Plattenauflegern und Moderatoren einen festen Stand in der weltweiten Dancehall-Szene erarbeitet.

So erreicht uns eben die Meldung, dass der ´everlasting sound´ Sentinel mal eben den Irish n Chin World Clash für sich entschieden haben. Dabei setzte sich das schwäbische Team um Elmar gegen u.a. Mighty Crown, Black Kat und Immortal durch, und das in Brooklyn, New York. Sei erwaehnt, dass Brooklyn, NY ein recht Clash-erfahrenes Publikum aufweist, und dass ´Weissbrotsounds´ trotz auferlegter Underdog-funktion nicht unbedingt einen leichten Stand haben.
Jemand sagte einmal, in Brooklyn haette man als Sound genau 15 Sekunden ´Anmoderation´ und 2 Tunes Zeit, um die Masse fuer sich zu gewinnen. Umso erfreulicher, als die ersten Eilmeldungen verlauten liessen: „Wir sind Worldclash“.
Ein Schalk, der böses dabei denkt, doch genau eine Woche, nachdem ein deutscher Sound in Brooklyn, NY gewinnt, nimmt ein Sound aus Brooklyn einen Pokal in Deutschland in Empfang. Was sich so leicht als ´diplomatischer Geniestreich´ darstellt, ist so einfach natuerlich nicht.

Das RIDDIM-Magazin hatte zum nunmehr dritten Mal die Muffathalle in Muenchen zum Kriegsgebiet erklaert und vier Kontestanten zum RIDDIM-Clash geladen. Zum einen Immortal aus Birmingham, UK, die im Vorfeld als diejenigen gehandelt wurden, welche als erste das Spielfeld zu verlassen haetten. Weiterhin Caveman, ein jamaikanisches Sound um Selector Iniman, bei dem man qualitativ hochwertige Tunes zu erwarten hatte, sich jedoch zurecht um die Clashtauglichkeit sorgte. Als dritter Kontestant trat L.P. international aus New York in den Ring. Love People intl. ist als legendaerer Vertreter des Biltmore ballroom in der Runde dieser vier mit Abstand der Sound mit dem groessten Erfahrungswert im Clash-business und wurde in Vorabdiskussionen neben Supersonic als Favourit gehandelt. Eben Supersonic Sound war der vierte im Bunde. Als Vorjahressieger ging die Berliner Crew natuerlich in den RIDDIM-Clash, um ihren Titel zu verteidigen und die Sensation nach Sentinel perfekt zu machen.

Gut, dies ist nicht geschehen, jedoch reicht -frei nach dem Motto „victory is not an option“- ein guter Kampf gegen Kaliber wie L.P. international sicherlich aus. Vieler Befuerchtungen zum Trotz, das dt. Publikum wuerde von vorn herein zu Supersonic tendieren, wurde ich schon auf dem Weg zur Muffathalle von einigen mit „Supersonic dead“ und „where is Supersonics burial tonight?“ begruesst. Je naeher man der Halle kam, desto lauter wurden die Stimmen. Es zeichnete sich zunaechst ab, dass viele natuerlich gekommen waren, um L.P., den Sound, den sie bisher nur von Kassetten her kannten, nun einmal live zu sehen. Andere riefen „Caveman a rule di dance“ und ich musste mich -ohne naeher darauf eingehen zu wollen- schon fragen, ob die Herren wussten, dass sie noch vor der Tuer standen. Waehrend wir uns noch zentimeterweise nach vorn in Richtung Eingang arbeiteten, kamen die ersten entnervten Gesichter von eben diesem zurueck und murmelten Dinge wie „scheiss RIDDIM“ oder „die haben doch einen an der Waffel“. Es sollte eigentlich jedem einleuchten, dass ein Event, von dem abzusehen ist, dass es bis in die Morgenstunden geht, auf Volljaehrigkeit der Besucher besteht. Auch ist es nachvollziehbar, wenn der Veranstalter versucht, dass Verletzungsrisiko der Gaeste zu dezimieren und „Flammenwerfer“ weitestgehend unterbindet.

Snasha von Budadub SoundDas Warm-Up uebernahm Budadub (Muenchen), die erst kuerzlich einen Clash gegen Stalwart und Gramigna in Berlin spielten. Es blieb noch Zeit, ein paar Statements einzuholen. Panza, seines Zeichens Selector bei Supersonic, versicherte mir, sie waeren gut vorbereitet und motiviert, sich erneut in Muenchen zu behaupten. Die Auslosung mit der netten Geste von Host Snasha Don (Budadub), alle Soundsystems fuer ein kurzes Vorstellen gemeinsam auf die Buehne zu beordern, ergab, dass Immortal als erstes die Buehne betreten sollte, danach Caveman , L.P. intl. und schliesslich an vierter Position, die von Panza bevorzugte.
Terror von L.P. international erklaerte vor Beginn des Clashes, dass sich der Host mit den Ansprachen und Abstimmungen zwischen den einzelnen Runden moeglichst kurz halten muesse, da der Rueckflug der Crew nach New York bereits in den fruehen Morgenstunden waere. Damit war auch fuer einen relativ puenktlichen Start des eigentlichen Clashes gegen ca. null Uhr gesorgt.

Zum Run-Down:

1. Runde – 15 min. Introduction (kein Sound raus)

Immortal
Zu Beginn eines Sound-War ist die Massive bekannter Weise noch frisch und die „Spezialisten“ noch nicht alkoholisiert, so ueberrascht es wenig, dass die bis dahin den meisten noch recht unbekannten Immortal relativ leicht einige grosse Forwards einholen konnte. Auch wenn Richie Spice auf Soulfood nicht wirklich ueberzeugen konnte, gab es fuer Chuck Fender, sowie „In the mood to kill a sound“ und Lucianos „Doesn´t matter“ auf Taxi erstes gutes Feedback. Immortal legte mit Sizzla („ain´t gonna see us fall“) und Jah Cures „Longing For“ gut nach und freundete sich durch “Big up Sentinel” und “Danke schoen” mit der Massive an. Das Ausspielen von eigentlich Trumpf-Artist Maxi Priest zeigte erstmals auf, dass das Publikum eher nicht fuer unbekannte tunes zu haben ist (vielleicht aber auch, dass es nicht nur auf den Namen des Artists ankommt, sondern auch auf den Tune an sich). Einige weitere Tunes auf Drop Leaf, ein Forward fuer Turbulence „Notorious“, Sizzlas/ “To the occasion”, Fantan Mojah und Gyptians”Serious Times” folgten. Alles in allem eine solide Intro-Runde, die von Lloyd Parks “Mafia” abgerundet werden sollte, wozu es durch Zeitlimit jedoch nicht kam. Immortal ueberraschte bis dahin durch eine dezente, jedoch selbstsichere Performance und schien gar nicht so schlecht, wie die vergangenen Clashes mit Immortal annehmen liessen (In der Forumsinternen Umfrage hatte Immortal genau zwei Stimmen, LP im Vergleich 86).

Caveman
Die ersten paar Worte klangen, als wollten sie nicht ohne Trophy nach Hause fliegen, jedoch pegelte sich der Caveman Vibe irgendwo zwischen Unkoordiniertheit und daraus resultierender MC-Stumpfsinnigkeit ein. Ninjamans „Murder dem“ gefolgt von Burro Bantons „Boom wah dis“, danach gleich Fantan Mojah mit „Hungry“, der normalerweise gut funktioniert, in der selection allerdings etwas fehlschlug. Eine Half Pint / Bushman auf Hypocrites, drei Beres Hammond (u.a. “Groovy Little Thing”), sowie Perfects “Hand cart boy” brachten sie einigermassen zurueck ins Spiel, jedoch wusste der MC nicht so recht, was er mit den zuweilen guten Tunes anstellen sollte. Schliesslich liefen noch zwei Buju Banton tunes, die jedoch maechtig floppten.

Terror von LP Intl.L.P. international
LP machte von Anfang an der Menge klar, aus welchem Grund sie gekommen waren. Terror, Puma und Superdon kamen mit Garnett Silk und einem grossen Shabba (Chase those crazy baldheads) rein, legten Cocoa Tea / Capleton sowie einigen anderen Tunes auf Far East nach. Der erste grosse Forward kam fuer Jah Mason mit „Princess gone“. LP hatte die Massive gut unter Kontrolle und spielte eine ordentliche Intro-Runde. Terror hatte sichtlich Spass und hinterliess ueber den ganzen Abend hinweg einen durchaus sympathischen Eindruck. Sizzla, Luciano, eine counteraction zu Ras Shilohs “Onto zion we go”, den Immortal eher gespielt hatte, es fehlte eigentlich an nichts. Es folgten zwei Versionen von Marlon Ashas „Ganja farmer“ („Soundmurderer“), einige Biltmore Tunes, sowie Buju Banton / Sizzla „Boom bye bye / no apologize“. Gute Runde.

Es zeichnete sich ab, dass das Publikum dazu tendierte, schlichtem „Ganja-Talk“ gute Forwards zu geben.

Supersonic
Die Berliner Crew startete mit einem Accapella („Supersonic you´ve got the crown they can´t take away”), Spider begruesste die Leute und die custom-made counteraction zu Perfects “Hand cart boy” (“inna di riddim-clash…”) kam gut, obwohl die Nadel sprang. Supersonic spielte eine angenehme Intro-Selection, Mojah, TOK, counteraction zu Cavemans Bascom X sowie Anwort auf deren Fantan Mojah brachte Supersonic dezente Forwards ein. Jedoch wurde das Muenchner Pulikum nicht so recht warm mit den Berlinern und so gab es die ersten „booh Rufe“ fuer einen tune von Gentleman. Eine ueberaus interessante Entwicklung, dass der Artist aus Deutschland schlechthin (gemessen an Tournee-Besuchern, Plattenverkaeufen usw.) auf einem Clash in Deutschland nicht mehr viel Wert zu sein scheint. Sie versuchten vieles, um die Massive wieder zu gewinnen, spielten sowohl von ihnen Bekanntes (Beres Hammond „Fire“) als auch Neues (Cobra „Put gunshot inna..“), sowie Rupee „Jump“, bis dahin einziges Soca-Dubplate.

Definitiv keine schlechte Runde, wenngleich das Publikum das stellenweise anders sah.

LP bis dahin der beste Sound, Caveman konnte nicht wirklich ueberzeugen.

2. Runde – 15 min. (1 Sound raus)

One Ras von ImmortalImmortal
Die Jungs aus UK begannen die zweite Runde mit einer Speech gegen Supersonic wegen der ´boos´ in der ersten Runde, gefolgt von einem Custom-Made Bunny Lie Lie „Lend me a dubplate“ auf Real Rock. Mehr Real Rock mit Cocoa Tea, Richie Spice (der allerdings floppte) und Chuck Fender. Dann wieder Speech gegen Spider „All spider mek is sit here pon the table“ gefolgt von Jr. Reids „Fit u haffi fit“. Das Publikum jedoch realisierte, dass sich die Runde nicht viel von der Intro-Round abhob. Immortal setzte auf Klassiker wie Errol Dunkleys „Movie Star“, „Run down your shadow“, Artists wie U-Roy, John Holt oder Culture oder Ken Boothe. Nach der ersten Runde haette man sich etwas mehr Tempo erwartet. Eine kleine Jiggy-Selection mit Cobra, Leftside/Esco und Vybz Kartel und eine auf Applause schlossen die Runde.

Caveman
Jr. Cat „Dead you ago dead“ ohne grosser Worte als Einstieg, danach einige “Totalausfaelle”, zurueck auf Real Rock und siehe da: Ein paar Leute geben auch nach drei Jahren noch gute Forwards fuer Basslines, ohne zu wissen, welcher Tune ueberhaupt kommt. Weiterhin fiel auf, dass einer der besten Tunes des letzten RIDDIM-Clashes von Dobby Dobson an dem Abend kaum Beachtung fand. Wenigstens gab es noch kleinere Forwards fuer „Earth a run red“, ansonsten die bis dahin lahmste Runde des Abends, was sicherlich nicht zuletzt der Performance des MC zuzuschreiben ist. Selbst das Custom-Made von Rebellion entlockte der Massive kaum Emotionen.

LP international
Love People zeigten nun, was es heisst, „International“ zu sein. Maxi Priests „Wild World”, Israel Vibrations “Rude boy shuffling”…”Skylarking”, “Cool out son”, “96 degrees”, Steel Pulse auf Telephone thing. LP hatte die Leute sichtlich unter Kontrolle und zeigte nun, was es heisst, “big tunes” zu spielen (was Immortal vorher mehr schlecht als recht versuchte). Terror begann, ein paar „bad words“ zu streuen und legte mit Wailing Souls und dem Shure-Shot „Truths and rights“ nach.
The late Scotty und Kartell auf Stop that train, von da an LP-Anthems und Biltmore-days Tunes (TOK, Bounty, Capleton…). Das Publikum akzeptierte LP von Anfang an mit nahezu allem, was sie spielten, nahm auch Akon mit und die abschliessende Ankuendigung von Garnett Silk, der wegen der Stoppuhr nicht mehr kam, liess auf mehr hoffen.

Supersonic
Spider kam mit einer guten World-Clash-Speech gegen Immortal rein, gefolgt von dem bis dahin groessten Forward fuer Supersonic, Leftside/Eso Custom-Made und counteraction auf Jiggy. Spider schoss sich auf LP ein, Capleton auf Black Rain und Applause erbrachten ebensogutes Feedback von Muenchen wie Kartels „I Never“ und ein Custom-Made von Dr. Evil. Ein Big-Tune vor dem Herrn. Die teilweise ueberaus amuesanten Speeches von Supersonics MC richteten sich nun fast nur noch gegen LP. Supersonic spielte weiterhin eine Selection auf Come Down, Barrington Levys „Here I come“, sowie eine Hot Milk selection mit Barrington, Beenie Man und einer Combination von Carlton Livingston und –ich nehme mal an- Lone Ranger, der jedoch wegen der Zeit wieder einmal nicht zu hoeren war.

Caveman draussen. Supersonic und LP die besten Sounds der Runde.

3. Runde – 15 min. (ein Sound raus)

Immortal
Hervorzuheben waere zunaechst Jah Cure mit „King in the Jungle“, einige Tunes auf Stalag, von denen jedoch die meisten mehr oder weniger floppten. Es folgte eine Cuss Cuss-Selection mit u.a. Sizzlas „Clean up your heart“ und Sleng Teng mit Nitty Kutchie, Cobra und dem Ninjaman, der von Caveman schon eher gespielt wurde. Nach dem recht guten Start in Runde 1 nahm Immortal kontinuierlich ab und so verliefen die Tunes in dieser Runde in der Muffathalle eher unspektakulaer. Kaum speech und kaum Ueberraschendes an Musik. Einzig Assassins „Eediat thing dat“ und der darauf folgende Sizzla , sowie U-Roy („I´m a rebel“) kamen noch gut an.

Ohne Zweifel, das Publikum erfreute sich mehr an pumpenden Basslines und aktuellen Dancehallriddims, jedoch war es auch schon spät und bei einigen machte sich das wohl auch bemerkbar, hatte ich bis dahin schon das dritte Bier ueber Hose und Hemd verteilt bekommen.

Nach kurzem Komentar von Host Snasha Don wegen des Playback von Immortal zu…

LP international
Terror war sich nun schon sicher, dass Sie mit Supersonic im Dub fe Dub landen wuerden. Zu Beginn der Runde ein Custom-Made, dann eine Kutchie-Selection mit u.a. Sizzla, 3x Buju Banton (u.a. „Original New York Rock“), schliesslich Heavenless. Johnny Osbournes „Unite“ brachte einen guten Forward, waehrend Sanchez eher wenig Reaktionen hervorrief. Wieder Buju Banton, wieder Ganja-topic, wieder Forward. LP machte weiterhin gut Druck mit Leroy Gibbon „Jodel Reggae“, gefolgt vom late Nicodemus „Suzy Wrong“. Es zeichnete sich ab, dass LP wohl das Dub fe Dub erreichen wuerde, und so spielten sie eher low voltage, ohne jeglichen Stress. Wie in der zweiten Runde angekuendigt, hatte LP ja auch noch einige Artists, die die anderen Sounds nicht spielen koennen. „This Round name fuck them up“, also spielten sie aus: Dennis Brown „Revolution“, 2x Garnett Silk auf Stalag, dann Garnett Silk, 3x Dennis Brown(“we have 94 D.Brown”), und schliesslich noch einmal Garnett Silk “Talk, let them talking”. Insgesamt gute Runde, in der die Massive zuweilen einfach den ankekuendigten Namen folgen musste und dies auch tat.

Auch LP soll einen tune gespielt haben, der vorher schon einmal lief. Wahrscheinlich gings um Sizzla „Solid as a rock“, das ist mir allerdings an dem Abend auch nicht aufgefallen.

Supersonic
Spider von Supersonic„Dennis Brown and Garnett Silk alone cannot safe you“, ..Supersonic antwortet auf U-Roys “Im a Rebel”, was jedoch von der Masse nicht so recht verstanden wurde. Weiterhin lief „Take A Ride“ mit Buju Banton, 2x Sanchez (“Frenzy”, “Hitsong”). Supersonic spielte zu dem Zeitpunkt eine solide Selection mit u.a. Half Pint „Winner takes it all“ auf First Cut, Pinchers Custom-Made „LP u gonna die „ (Enemies), Admiral Bailey gefolgt von Bounty Killer. Die Massive ging gut mit und gab Supersonic die noetigen Reaktionen. Auch wenn vereinzelt Becher auf die Buehne flogen, gab es wesentlich mehr Leute, die die Tunes zu schaetzen wussten (so z.B. guter Forward fuer Bounty Killers „No Argument“).
Spider kuendigte einen der groessten tunes des Abends an, eine perfekt gemixte Sleng Teng „3 the hard way“ mit Johnny Osbourne, Wayne Smith und Shabba Ranks. Spaetestens nach diesem Tune war relativ klar, dass Supersonic mit LP ins Dub fe Dub ziehen wuerde.
Nach Supersonics Anthem „Victory“ (Glen Washington) spielten sie allerdings Jah Cure mit „King in the Jungle“, der vorher schon von Immortal gespielt wurde.
Dadurch hatte wohl jeder Sound mal einen Tune doppelt gespielt, Immortal musste nach Publiikumsentscheid gehen, Supersonic und LP spielten das Dub Fi Dub.

Dub Fi Dub
Runde #1:
LP: Garnett Silk – Nothing Can Divide Us
SS: Ini Kamoze – World A Music

Runde #2:
LP: Dennis Brown – Burial Ground (Promised Land)
SS: Hopeton Lindo – Territory

Runde #3:
LP: Junior Murvin – Police & Thieves
SS: Marcia Griffiths & Bob Andy – Always Together

Runde #4:
LP: Earl Sixteen – Sound That Is Real (Love Is A Feeling)
SS: Culture – See Your Sound Done (See Dem A Come)

Runde #5:
LP: Cornell Campbell – Boxing
SS: Cornell Campbell – Stars

Runde #6:
LP: Junior Reid – LP Release The Chain
SS: Lloyd Parks – Soundclashing (Kung Fu Fighting)

Runde #7:
LP: Big Youth, Capleton & Garnett Silk – Medley
SS: Ken Booth – Set Me Free

Runde #8:
LP: Garnett Silk – Keep Them Talking
SS: Anthony Redrose – Tempo

Runde #9:
LP: Don Carlos – Johnny Big Mouth
SS: Keith & Tex – Tonight

Runde #10:
LP: Yellowman – Operation Radication
SS: Eek-A-Mouse – Sound Killing (Ganja Smuggling)

LP wurde (durch Handzeichen des Publikums) zum Sieger erklärt.

LP + EllenAbschliessend sei zu erwähnen, dass es ein insgesamt recht angenehmer Clash-Abend war. Man merkte, dass die Sounds gut miteinander umgehen, gleichwohl jedoch auch alle gut kaempften. Ein Sieg fuer LP, der –wenn man mal davon absieht, dass Dennis Brown u. Garnett Silk Tunes auch gut funktionieren, wenn die Artists gar nicht zu hoeren sind und es von dem Standpunkt her nahezu egal ist, was ein Sound dagegen setzt. Auch hat mich sehr verwundert, dass eine Diskussion im Nachhinein aufkam, in der die gleichen Leute, die eben die ´alten´ Anthems von LP feierten, sich darueber ausliessen, dass Supersonic einige Tunes gespielt hat, die man letztes Jahr schon gehoert hat. Dies ist meines Erachtens keine Argumentation. Vielmehr sollten sich manche fragen, warum sie letztes Jahr mit grosser Freudenreaktion auf bestimmte tunes eingegangen sind, die diesmal klaeglich untergingen.
Letztlich wird man sehen, welche Tueren ein solches Event wieder oeffnet, ob nun LP vs. Supersonic in New York, oder LP vs Sentinel…Ich denke, es gibt mehr als genug Leute, die gern bereit sind, sich wieder einen Soundsystem-Schaukampf hierzulande anzusehen, also bleiben wir gespannt auf das Line Up im naechsten Jahr.

Ein grosses Lob geht an Ellen Koehlings, ohne die ein Sieg fuer LP nicht moeglich gewesen waere, da LP ohne ihre kurzfristige Hilfe kein Visum bekommen haetten. Natuerlich auch Lob an alle anderen Mitwirkenden, auch wenn im Vorfeld wohl einiges schief gelaufen sein muss, verlief der Abend doch recht gut und fuer die meisten unterhaltsam.