45 Shootout

40/40 ProductionsDer neue Riddim von 40/40-Mastermind Steven ‘Lenky’ Marsden heißt Synthetic und erreicht mit viel Vorschusslorbeer ausgestattet die hiesigen Plattenteller. Wie bei Lenky, dem ehemaligen Bandkeyboarder von Buju Banton, üblich ist der Riddim musikalisch ausgefeilt und extrem Synthie-lastig, dafür aber dieses mal rhythmisch recht straight gehalten. Auch das Riddim-Tuning für die einzelnen Versions ist dezenter als sonst ausgefallen. Versions kommen beispielsweise von Vybz Kartel, Degree und Elephant Man, aber auch Schreihals Fire Links (ein Promo-Manöver?), Singer Cezar und Veteran Richie Stephens.

Eine Enttäuschung ist der neue Renaissance-Riddim Quick Draw, ein mauer Abklatsch der letzten Riddims der Crew. Sehr gelungen ist allerdings die Version von Chico & Alozade.
Studio 2000Steely & Clevie veröffentlichen endlich ihren Bug Out-Riddim auf Studio 2000. Ein zwerchfellgefährdener Kick treibt den Riddim voran, ergänzt von vielen Lickshots, Basseffekten und Drumrolls. Ganz stark die Versions von Assassin, Buccaneer und Elephant Man, komödiantisches gibt’s von Future Troubles im Promille-Style und Sweet C, die bei “Hard Cock” Prince Busters “Hard Man Fi Dead” uminterpretiert.

Big ShipBreaking News heißt der neue und bisher gelungenste Riddim von Stephen ‘Genius’ McGregor, Sohn von Freddie McGregor und hochgehandeltes Producertalent. Wie immer sehr zerrisen und hektisch, aber insgesamt etwas langsamer angelegt und mit enormen Bumms versehen, rollt der Riddim auf Big Ship gut dahin (inklusive Love Punaany Bad-Sample). Großes Kino ist insbesondere die Hymne “Loyal Soldier” von Nitty Kutchie & Delly Ranks.

Champagne intl.Auch die Retro-Welle bekommt Nachschub: der von Tony ‘CD’ Kelly gebaute V.I.P. Riddim des Champagne Intl.-Labels klingt verdächtig nach dem Answer Riddim, hat einen minimalistischen aber funktionalen Swing und sehr gute Versions im Gepäck, etwa von Assassin, Shaggy, Beenie Man und vor allem Voice Mail, die mit “Bedroom Ruler” einen ihrer besten Tunes bisher abliefern.

Mit Jeremy Harding meldet sich schließlich einer der Top-Produzenten aus den späten Neunzigern zurück, und das ausgerechnet mit einem Relick. Clement Iries “Koloko” war die Grundlage für “Kolo Kolo”, und wieder sägen die Synthesizer als wäre Harding nie weggewesen (sein letzter Riddim war 2001 “Liquid”). Sein Zögling Sean Paul hat mit “Weak Inna Knees” einen potentiellen Hit am Start, ebenso Fantan Mojah mit “High Grade”; außerdem gibts noch Tunes von Spragga Benz, Sizzla und Vybz Kartel.