Berlin: Yellowman – 17.11. (Yaam)

yelloman flyer berlinYellowman ist der erfolgreichste Deejay der 80er gewesen.

Bis heute hat er Dancehall wie kaum ein anderer geprägt. Nach dem Tode Bob Marleys war er der neue Star auf Jamaika. Statt prophetischer Visionen brachte er aber seinen Slackness-Style, bei dem er zuvor immer umgangene Themen wie Sex und Geld und auch den in Jamaika recht starken Zusammenhang zwischen diesen beiden ohne Umschweife behandelte. Wenn er wollte, erzählte er auch mal über Probleme mit seinem Schwanz (“Cocky Did A Hurt Me”). Das sein Ruf sich damit nicht verbesserte, nahm er als Ansporn: “Dem gwaan like dem slack, but mi slacker dan dem”.
Wer sich seine Musik anhört, dem wird schnell klar, warum Yellowman die Nummer 1 unter den Deejays ist. Auf Basslines, zu denen sich instinktiv jede Hüfte bewegt, legt er seine alles durchdringende, hynotische Stimme. Crucial kommen Tunes wie “Lost Mi Love”, wo die Musik aussetzt, er seine Hookline platziert und der hereinkommende Bass den völlig entwaffneten Hörer überwältigt. Seine Lyrics sind so nah am Leben, dass er mit seiner Offenheit und Direktheit immer wieder verblüfft.
Schließlich ist er immer noch der einzige, der es sich schon mal erlaubt hat, Ketchup Commercials in einen Song einzubauen. Völlig mitnehmen tut einen auch “Duppy Or Gunman” auf dem breit stapfenden Gunman Riddim, wo er die Gewalt der Gunmen in Jamaika thematisiert. Wenn er dann noch über seinen “Morning Ride” oder den chinesischen Lebensmittelhändler “Mr. Chin” erzählt und eine Anleitung gibt, wie ein Dance zu organisieren sei, dann weiß man sicherlich etwas mehr über die jamaikanische Realität. Dazu dann noch ein paar Riddims wie “Hi Fashion”, “I’m Just A Guy” oder “General”, und fertig ist ein Album, dass seine Deejay-Kollegen in den Schatten stellt. Auch die heutigen.

Yellowman & The Sagittarius Band (Jamaica) – Dem a mad over me Tour 09

Support:
White Lion (Yardcore Sound) & Zyde FX
Yaam am Ostbahnhof
Doors Open 9 p.m. – Early Start 10 p.m.

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