Review: Franz Job – Babylon is dead

franz-job-babylon-is-deadNachdem sich Franz Job als Produzent dreier erfolgreicher Reggae Riddims und als hervorragender Sänger einiger der packensten Songs auf eben jenen Riddims einen Namen gemacht hat, präsentiert er nun sein erstes Soloalbum “Babylon Is Dead“.
Franz Job, der in London lebende “eclectic country boy” aus Tobago, gilt als eines der größten Roots Reggae Talente aus Trinidad & Tobago.
Dieses Album ist nicht nur Beweis seiner umfassenden Musikalität, schließlich singt er nicht nur, spielt auch Gitarre und hat sämtliche Tunes selbst produziert, sondern es zeugt auch von seinen beeindruckenden Songwriterqualitäten!

Roots und Lovers Reggae at its best, aber auch beschwingte, fröhliche Tunes, allesamt mit Message und sauberen, intelligenten Lyrics, gekonnt produziert und gesungen, zeichnen “Babylon is Dead” aus.
Sowohl die lyrischen Qualitäten des Calypso, als auch die wohldurchdachten Steel Pan Arrangements und die energiegeladenen Gottesdienste seiner Heimat haben den Musiker Franz Job hörbar geprägt. The Wailers, Israel Vibration und The Fugees nennt er des weiteren als Inspiration, doch soll hier nicht durch Vergleiche seine eigene Kreativität und Originalität geschmälert werden.

An den Texten zeigt sich besonders schön der rote Faden, der sich durch das Album zieht: im live und unplugged eingespielten Opener fragt Franz Job “Where is Paradise” und scheint es selbst im zweiten Track, einer Hymne auf die Schönheit seines Geburtsorts Charlotteville, Tobago, zu beantworten. Doch in den folgenden Tunes kommen auch die Probleme zur Sprache, nicht umsonst verlassen allzu viele junge Leute ihre karibische Heimat, auch der Sänger selbst, um anderswo ihr Glück zu finden.
Wie auf vielzähligen Veröffentlichungen dieses Jahres wird die Hoffnung auf Veränderungen in der Welt personifiziert durch Barack Obama, der auch auf diesem Album gehuldigt wird.

Am Ende dieses Albums kennen wir nicht nur Geschichten aus dem Leben Franz Jobs und einiger Familienangehöriger, haben mit ihm zusammen Fernweh nach der malerischen “countryside” Tobagos, sondern sind, auch wenn wir die Texte nicht weiter beachten, mitgerissen von seiner warmen Stimme, den abwechslungsreichen Beats und den ohrwurmigen Refrains.
Als Bonbon gibt es noch einen Großteil der Tunes in einer Dubversion.

Ein rundum gelungenes Album, das Lust auf mehr macht und man sich immer wieder anhören möchte.

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Text: J. D.