Review: Knock Out Riddim (Supersonic)

Knock OutHeute erscheint der neue Supersonic-Riddim “Knock Out”. Das Ding ist ein echtes Brett und erinnert an die klassischen Dancehallriddims der 1990er. Gleichzeitig hält sich der Riddim in vieler Hinsicht an heutige Produktionsstandards – nicht zuletzt dort, wo bei einigen Tunes der Riddim auf die Melodie der Vocals angepasst wurde, merkt man, dass man in 2010 angekommen ist.

Ähnlich wie bei vorigen Releases aus den Hause Supersonic / Junior Blender findet sich auf der Selection ein Vielfalt an Artists aus Jamaica, Trinidad und ganz Europa.

Von den karibischen Namebrand-Artists liefern Degree, Ward 21 und Bunji Garlin Tunes von der Qualität ab, die man mit ihrem Namen verbindet.

Perfect wiederum erzählt uns zwar, wie sehr ihn der Riddim begeistert – leider scheint er sich aber gedacht zu haben: “Da riddim ya so bad, it don’t even need a proper chorus”. Schade eigentlich, denn mit einer anständigen Hookline hätte aus seinem “Bawl” ein Hit vom Kaliber “No Badda Me” oder “Junjoclaat” werden können.

Großes Lob gebührt dagegen Diplomat mit seinem “Dem Woulda Waan”: der Tune kann sich locker mit den drei erstgenannten Namebrand-Shureshots messen – nicht zuletzt dank des schmeichelhaften Chorus-Arrangements.

Weiter zu den Patois-Beiträgen aus Europa: im Singjay-Vergleich zwischen Million Stylez und Richie Campbell behauptet der Schwede mit seinem “Copy Cat” die Führung – der Beitrag aus Portugal ist zwar auch ganz nett, bei der Vielzahl besserer Tunes auf dem Riddim kann er aber nicht mithalten. Das selbe gilt noch für einige weitere Tunes, die vermutlich in der Heimat der jeweiligen Artists trotzdem ihr Publikum finden werden.

Auffällig an den Tunes von Brusco und D Flame: beide liefern entgegen ihren Gewohnheiten Beiträge in Patois ab. Bei D Flames “Almighty” klingt das überraschend gut – Brusco dagegen konnte mich auf italienisch bisher mehr überzeugen (obwohl ich kein Italienisch kann).

Was für ein Glück, dass wir von Ranking Smo und Ronny Trettmann jedenfalls kein Patois zu befürchten haben! Stattdessen liefern sie ihren Fans eine deutschsprachige Slackness-Combination – als echte Gangster spielen sie damit sowieso in einer anderen Liga…

Alles in allem eine sehr gelungene Produktion, so dass der Riddim diesen Sommer wohl allerorts zu hören sein wird.

Erhältlich ist der Riddim ab heute auf allen üblichen Digital-Download-Plattformen. Wer möchte, dass von seinem Geld möglichst viel beim Erzeuger ankommt, kauft den Riddim direkt auf www.supersonic-sound.de. Leider gibt es dort nur die ganze Selection als Komplett-Paket, und so gut der Riddim auch ist: die 11 verschiedenen Versions, ab denen sich das rentieren würde, braucht man davon genau so wenig wie von den allermeisten anderen Riddims – es sei denn, man tourt dieses Jahr noch nach Italien, Schweden, Portugal und Russland und will die lokale Massive mit lokalen Artists beglücken. Wer sich nur eine Hand voll Tunes kaufen will, muss also eine der anderen mp3-Plattformen bemühen.

Über eine Veröffentlichung auf Vinyl ist derzeit leider nichts bekannt.

Hier dann noch ein Megamix mit Perfect, Diplomat, Bunji Garlin, Million Stylez, Ward 21, Degree und Ranking Smo & Ronny Trettmann:



Für Feedback, Fragen etc zum “Knock Out”-Riddim gibt es einen entprechenden Thread im Forum.

Zu guter Letzt folgt nun noch die komplette Tracklist:

01. Ward 21 – Knock Out
02. Degree – Gallis
03. Perfect – Bawl
04. Bunji Garlin – Badmind
05. Million Stylez – Copy Cat
06. Diplomat – Dem Woulda Waan
07. Fuze – She Need Me Bad
08. Jungle – Bottom 2 Top
09. Brusco – Born Bad
10. Richie Campbell – Nah Run Again
11. Maddawg – Take Advice
12. Ranking Smo & Ronny Trettmann – Das Ist Wie Gängster Ticken
13. D-Flame – Almighty
14. Steppa Style – Ganja
15. Raina & Lion D – High Grade
16. Gioman – Non Ni Casciando
17. Kaya Warriors – Kooda