Peoples ChoiceVor einigen Tagen erschien bei Joe Fraser Records (hierzulande vertrieben über Irievibrations Records) das lang erwartete Debütalbum von Ray Darwin, betitelt nach seinem nicht mehr ganz so frischen Hit “Peoples Choice”.

Das Album vereint einige brandneue Songs mit Material, dass dem einen und anderen vielleicht schon von Shows, 7″s oder Dubplates bekannt ist. Neben einigen internationalen Gastproduktionen u.a. von Joe-Fraser-Records-Eigner LLoyd Campbell oder auch dem Hamburger Junior Blender finden sich hier vor allem Riddim, die Herr Darwin in seiner Wahlheimat Hamburg zusammen mit seinem Studiokollegen Piet Abele in Eigenregie produziert hat.

Musikalisch bietet das Album vor allem modernen One Drop Reggae mit einem ausgewogenen Mix aus neuen Kompositionen und einigen Remakes klassicher Riddims. Lediglich die Blender-Produktion “Dutty Johncrow” bringt etwas mehr Dancehall-Vibe in die Zusammenstellung.
Inhaltlich gibt es einige Lovers-Nummern, vor allem aber Reality-Lyrics.

Sowohl bei den Texten als auch bei den Arrangements fällt auf, dass die einzelnen Tunes von Anfang bis Ende durch konzipiert sind, statt wie manch jamaikanische Fließbandproduktion den Fokus immer nur auf die erste Punchline und die erste Strophe zu setzen. Wer Musik nur in Form von schnellem Juggling konsumiert, muss dafür eventuell seine Hörgewohnheiten ändern. Aber es ist eine angenehme Überraschung, wenn einige der Tunes auch nach der ersten Minute noch Überraschungen und unerwartete Wendepunkte bieten.

Aus freundschaftlicher Verbundenheit mit dem Sänger bin ich voreingenommen und nicht in der Lage, ein vollkommen neutrales Urteil abzugeben, aber: mir gefällt das Album richtig gut.
Gerade für eine längere Autofahrt oder ähnliche Gelegenheiten, bei denen man mal eine CD komplett durch hört, kann ich es jedem empfehlen.

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