Review: Arrogant Riddim (City Lock Studio)

Arrogant RiddimHeute erscheint mit dem Arrogant Riddim der erste Riddim des Berliner Labels City Lock Studio. Bei dem Namen wenig überraschend handelt es sich dabei um das Label des gleichnamigen Soundsystems.

Der Riddim orientiert sich deutlich an den aktuellen Dancehall-Riddims Jamaikas. Dabei ist er rhythmisch durchaus so komplex, dass die Auto-BPM-Erkennung von Serato glatt daran scheitert. Erfreulicherweise wurde der jamaikanische Trend, den Bassbereich zu vernachlässigen, nicht mit übernommen. Auch sonst hat die Riddimproduktion Hand und Fuß und das ganze klingt ungefähr so, wie Kartel-Günstling Not Nice gerne klingen würde.

An Voicings finden sich auf dem Riddim drei Beiträge aus Jamaika, namentlich von Ward 21, Stein sowie ein Combination von Roundhead und Senita. Hinzu kommen Versions von Rebellion The Recaller, Ronny Trettmann im Duett mit Ranking Smo, der Ungar Milli Chab, Shabu One Shant aus Spanien und die russiche Kaya Warriors Smokaz Sound Company.
Ein detailliertes Review der einzelnen Tracks spare ich mir hier. Nur so viel: Continue reading “Review: Arrogant Riddim (City Lock Studio)”

Im November auf Tour: Busy Signal

Busy SignalNach den Festival-Sommer-Monaten, in denen haufenweise jamaikanische Artists durchs Land tourten, ist es momentan ja etwas ruhiger geworden, was Live-Shows angeht. Nun kündigt sich für den Herbst die nächste Tour eines großen Dancehall-Acts an: Busy Signal wird im November Shows in ganz Deutschland spielen.

Den meisten Lesern müssen wir über Busy Signal wohl nicht mehr viel erzählen: seitdem er 2005 mit “Step Out” seinen Durchbruch hatte, feuert er am laufenden Band Hits ab – es folgten unter anderem “Jail”, “Badman Place”, “Tic Toc”, “Unknown Number”, “Hustling”, “Up In Her Belly” und viele viele weitere. Busy zeigte sich dabei als der mit Abstand vielseitigste DJ, den Jamaika in diesem Jahrtausend bisher hervorgebracht hat und überschritt immer wieder zielsicher und gekonnt die vermeintlichen Grenzen des Genres. Mit seinem inzwischen dritten Album “D.O.B” (Dominance of Busy) und vermutlich auch einer Ladung brandneuer Tunes schickt er sich demnächst also an, die Konzerthallen Europas zu rocken. Anders als bei seinem Auftritt bei Chiemsee Reggae Summer wird er diesmal von einer richtigen Band gebackt, der Hi Voltage Band.

Hier also die Tourdates (Update: jetzt auch mit Terminen für die Schweiz): Continue reading “Im November auf Tour: Busy Signal”

Soulfire Hi-Fi presents: The Calling Riddim

The Calling RiddimHeute erscheint der “The Calling Riddim”, produziert von Soulfire Hi-Fi. Nach zwölf Jahren Soundsystemgeschichte veröffentlichen die Kieler damit ihre erste eigene Produktion.

Es handelt sich dabei um einen Dancehall-Riddim, der stilistisch klar in der Tradition klassischer 90er-Dancehall-Riddims steht. Damit wurde zwar nicht das Rad neu erfunden, aber es ist allemal ein gelungener Aufguss eines partybewährten Konzeptes.

Die Selection umfasst acht Tunes. Soulfire verzichteten dabei auf teure Voicings aus Jamaica und haben stattdessen mit einer vielseitigen Auswahl an europäischen bzw hier lebenden Artists zusammengearbeitet. Continue reading “Soulfire Hi-Fi presents: The Calling Riddim”

Düsseldorf: Riddim Soundclash 2010 – 02.10. (Stahlwerk)

Riddim Clash 2010In etwas mehr als zwei Wochen ist es wieder so weit: am 02.10. findet im Stahlwerk in Düsseldorf der diesjährige Riddim Clash, der größte und bekannteste Soundclash Kontinentaleuropas, statt.

Dieses Jahr treten sechs Sounds aus verschiedenen Ländern um den Titel an. City Lock aus Berlin ziehen als amtierende Titelverteidiger gegen Guiding Star aus Frankreich, Heavy Hammer Sound aus Italien, Blunt Posse aus New York, Rootsman aus Kanada und Poison Dart aus Antigua in den musikalischen Krieg. Alle diese Sounds haben in letzter Zeit erfolgreich Soundclashes gespielt und weisen ein internationales Renomme auf.

In zwei Runden a 10 Minuten dürfen sich die Sounds präsentieren, bevor dann die härteste Eliminierungsrunde die es je auf einem Soundclash gegeben hat in Kraft tritt und das Feld von sechs auf drei Sounds gekürzt wird. Die Spreu wird vom Weizen getrennt..

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Review: zwei neue “Reggae Legends”-Box-Sets: Johnny Osbourne und Josey Wales

Reggae Legends Johnny OsbourneViel neues gibt es ja nicht mehr von Greensleeves Records: drei bis vier “Greatest Ragga Ragga Anthems”-Compilations und zwei bis drei Artist-Alben pro Jahr scheinen alles, was die Briten noch an neuem Material veröffentlichen.
Dafür sind sie umso fleißiger dabei, den Backkatalog in immer wieder neuer Aufmachung auf den Markt zu schmeißen. Oft entstehen dabei neue Zusammenstellungen, bei denen man sich fragen mag, ob es diese wirklich braucht, oder ob es nicht auch einfach eine Neuauflage der klassischen Alben getan hätte, auf denen das selbe Material schon vertreten war.

Umso erfreulicher sticht daher die Serie der “Reggae Legends”-Box-Sets aus dem Greensleeves-Recycling-Output hervor: hier spart man sich das Rekompilieren ebenso wie das Remastern und steckt vier komplette Alben eines Artists in eine Box, die es zum Preis von wenig mehr als einer regulären CD zu kaufen gibt. Für alle, die diese Alben noch nicht besitzen, ein verlockendes Angebot. Ob sich der Kauf wirklich lohnt, steht und fällt aber logischerweise mit den enthaltenen Original-Alben. Also gucken wir uns die beiden neuesten Box-Sets der Serie einmal genauer an:

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Münster: Build Them a Coffin Soundclash – 04.09. (Triptychon)

Build Them a Coffin“Hey mister undertaker build them a coffin, oh no no my mystake build them two…..”

Münster in Westfalen ist seit über einem Jahrzehnt eine kleine Reggaemetropole in Deutschland. Im Dreh- und Angelpunkt der Münsteraner Reggaeszene, dem Triptychon am Hawerkamp geben sich regelmäßig Internationale Artists und Soundmänner die Mikrofone und Fader in die Hand.

Bis hierhin alles soweit ganz friedlich, doch das soll sich am 04. September 2010 ändern: Schwarze Wolken werden über den Münsteraner Nachthimmel ziehen, Blitze werden aus dem Himmel schlagen und es wird Tote geben. Genauer gesagt zwei tote deutsche Soundsystems, denn der aus Münster und Berlin stammende Sound Roadblock International lädt zum ersten Dubplateclash auf Münsteraner Boden ein, dem “Build Them a Coffin”.

Hierzu wurde ein Lineup auf die Beine gestellt, dass explosiver und gefährlicher nicht sein könnte: Massaya aus Hamburg, Culture Rock aus Düsseldorf und Soundvibration aus Bonn werden ihre dicksten Dubs auf ihre Gegner hageln lassen und so lange kämpfen, bis zwei Sounds den Hawerkamp in einer Holzkiste verlassen haben.
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