dancehallmusic.de - Magazin: Events

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War Time Again

Vor einigen Jahren haette man sich regelmaessige Soundsystem-Clashes in Deutschland kaum vorstellen koennen. Mittlerweile ist dies dank risikobereiter Veranstalter und mehr und mehr in den musikalischen Krieg ziehenden Soundsystems jedoch nicht mehr der Fall, und so gilt es heute gleich zwei Trophy-Dances anzukuendigen.

Zum einen wird am kommenden Freitag, den 28.01.05, ab 22h30 in der Distillery, Leipzig zum 45-Clash: East vs. West vs. North vs. South geladen. Bei diesem von Rotzloeffels HiFi und Upliftment intl. praesentierten Schaukampf, bei dem als Waffen einzig 7"-Platten als regelkonform gelten, ist Name Programm. So treten aus die Vorjahressieger und Titelverteidiger Rockstone Sound aus Halle gegen die Los Cassettos (Rostock), Nicetime intl. (Muenchen) und Natty Crown aus Koeln unter dem Motto "The Winner takes it all" zum 45-Wettschiessen an. Moderiert wird das Event von Flowin Immo.
Ab 21h30 wird es fuer alle, die es nicht nach Leipzig schaffen, das event jedoch trotzdem verfolgen wollen, einen live-stream im Netz geben. (Raggakings-livestream)

Am darauffolgenden Samstag feiert die Website franken-reggae.de ihr einjähriges Bestehen mit einem Dubplate-Clash im Nürnberger Z-Bau. Die teilnehmenden Sounds sind Mango Tree (die Gewinner des letzten e-Clashs) und Shaolin Soundstation aus Nürnberg sowie Buzzin Bashment aus München. Das Warmup bestreiten die Majestic Sound Rockers aus Würzburg, die Moderation übernimmt Puppa Star. Einlass ist ab 21 Uhr.
Eventuell wird dieser Clash von reggaeradio.info gestreamt - Details hierzu werden am Samstag abend auf der Seite des Webradios zu erfahren sein.
Von damelicious am 26.01.05 | TrackBack

Lionhearts 10th Anniversary Bash

LionheartsDas Hamburger Soundsystem Lionhearts feiert am 6.11. im Mandarin Casino, Hamburg sein zehnjaehriges Bestehen. Dazu hat sich das vierkoepfige Soundsystem um die beiden Gruender Olav und Mathias (inzwischen sind Hannes (MC) und Parafin (Selekta) hinzugestossen) drei weitere Sounds zum Mitfeiern eingeladen: die A-Team Soundsistaz, Barney Millah und Constant Pressure SupaSoca werden mit von der Partie sein. dancehallmusic.de verloste 2x 2 Gaestelistenplaetze an die schnellsten email-Schreiber, die folgende Frage beantworten konnten: In welcher Location fand der erste Lionhearts Dance statt? Richtige Antwort: Planet Subotnik - Gewinner sind per email benachrichtigt.
[ Flyer ]
Von jodoobiest am 01.11.04 | TrackBack

Supersonic steppin hotter this year - Riddim-Clash Rundown

Supersonic, Bild von supersonic-sound.deSupersonic aus Berlin haben den zweiten Riddim-Clash in München gewonnen. MC Spider und Selector Panza konnten sich im Dub Fi Dub knapp gegen One Love Hi Pawa aus Italien durchsetzen. Freddy Krueger war nach der zweiten Runde ausgeschieden. Nach der dritten Runde verkündete der Host Dr. RingDing, dass nach den Regeln sowohl Supersonic (Playback von "Reggae Ambassador") als auch Ricky Trooper (Single von Abba) eigentlich ausgeschieden seien; das Publikum entschied daraufhin, dass Supersonic im Dub Fi Dub antreten sollten.
Glückwunsch nach Berlin!

Rundown:
21h30 am 15.10.04, wir betreten die Ruhmeshallen neuer dt. Clash-Kultur in voller Erwartung auf einen spannenden wie unterhaltsamen Abend. Das RIDDIM-Magazin hat zum 2. internationalen Clash in Deutschland keine Kosten und Muehen gescheut, erneut Geschichte zu schreiben. So hieß es an diesem Abend Ricky Trooper (Ex-Killamanjaro (JA)) vs. Freddie Krueger (Ex-Killamanjaro (JA)) vs. One Love Hi Powa (Italien) vs. Supersonic Sound (Berlin).
Vielversprechender haette das Line-up kaum sein koennen, denn zum einen traten die beiden Ex-Killamanjaro Selectors das erste mal gegeneinander an, zum anderen hatte One Love sicher das Verlangen, nach dem so knapp verlorenen World Clash vor einer Woche in NY, endlich einen Titel zu holen. Auch die Crew um Panza und Spider ging nicht unmotiviert in den Clash, denn Freddy Krueger nahm ihnen ja mit Regular-juggling den Titel beim 45-Clash in Wuppertal foermlich aus den Haenden. Spannung war also garantiert...
Mighty MokeFuer angenehme Vibes sorge zunaechst Mighty Moke plus Cousin, formally known as Soundplex Sound (Long Island, NY). Pure niceness und abschließend auch ein paar exclusive Specials von u.a. Richie Spice, Chuck Fender oder Jah Cure stimmten die hereinstroemenden Clash-hungrigen auf das Bevorstehende ein und ich nutzte die Zeit fuer einige Statements von Supersonics Selector Panza. Dieser schien sichtlich gut gelaunt und vorbereitet und ueberzeugt, an diesem Abend die Halle als Sieger zu verlassen. Auch Lampa Dread, seines Zeichens Selector und Boss von One Love Hi Powa gab mir zu verstehen, dass es diesmal Zeit fuer eine Trophy wird, und der Sound aus Rom den Status des "ewig Zweiten" abgeben moechte.

The war starts... Der Host des Abends, Dr. Ring Ding betrat die Buehne und stellte die Partizipanten vor, erklaerte die Rundenzeiten und Regeln: 15min. introduction / 15min. - 1st sound out / 15min. 2nd sound out / 10dfd Finale. Striclty dubplates und kein Playback.
Dr RingDingDen Anfang machte Supersonic, ohne große Worte mit Buju Banton "Supersonic time". Von Beginn an sehr druckvoll folgten 3rd World mit "96 degrees in the shade", und die erste Speech von Spider gegen Ricky Trooper -" Seit dem Weggang von Jaro habe ich so oft auf Dich gesetzt und immer mein Geld verloren..." wurde unterstrichen von Bob Andy ls. Marcia Griffiths "Really together". Die Berliner zeigten von Anfang an, dass ihnen in Sachen Foundation so schnell keiner etwas vormachen sollte. Luciano, Lloyd Browns "Main squeeze" in Combination mit Sanchez und dann der erste große Forward fuer Richie Spice´s Clash-anthem "Earth a run red". Spider schien sich in der ersten Runde nur Ricky Trooper zu widmen, nach Tanya Stephens "It´s a pitty" schlossen die Lokalmatadoren ihre erste Runde mit einigen Chuck Fender , Jah Cure´s "King in the jungle", dem offiziellen Supersonic Anthem, (Glen Washington "Victory") und der dt. #1, Gentleman "Superior" ab - der groeßte Forward bis dahin. Solide erste Runde von Supersonic.
Zeit fuer Ricky "Serial killer" Trooper, der den Dance allein bestritt, und die Audienz mit "I´m gonna kill those motherfuckers" begrueßte. Intro wie ueblich Tanya Stephens "What a clash", ein Bob Marley Cover, gefolgt von Shinehead auf Billie Jean. Bis dahin wenig speech, ausser "everything a go dead tonight", die er mit einer Counteraction auf Supersonics Richie Spice zu manifestieren schien. Sichtlich auf das Deutsche Publikum eingestellt fuehrte er sein set mit so gar nicht Trooper-ueblichen Tunes a la Morgan Heritage "Liberation" u. Ras Shiloh "Onto Zion" fort, konnte damit jedoch nur wenig Punkten. Schließlich noch ein paar Trooper-originals, wie Bushmans "Fire bun a weak heart" auf General, Jr. Byles "Fade away" anthem, sowie Sizzla mit "one away" und Anthony B´s "Raid di barn". Alles in allem weniger Power als Supersonic.
One Love machten zunaechst nicht den Eindruck, gewinnen zu wollen. Nach einem Intro aus "Der Pate" folgten sehr dezent Buju Banton, Natty King´s "Guns to town" und ein Capleton, den ich aufgrund des relativ schlechten Sounds vor der Buehne kaum verstand. Auch die beiden hochgeschaetzten Newcomer I-Wayne ("Can´t satisfy her") und Bascom X konnten die Stimmung nur wenig heben. Jah Cure´s "bless me" dagegen brachte One Love den ersten echten forward, waehrend es bei dem folgenden Sizzla ("Mash dem down") schon die ersten Plastikbecher regnete. Schließlich Capleton´s "Jah Jah city" und Buju Banton´s Killer "Champion", der dem Publikum noch einmal lautstarke Reaktionen entlockte. Meiner Meinung nach bis dahin gute Tunes, jedoch von der Performance her nicht wirklich auf World-champion Niveau.
Die wohl alle am meisten beschaeftigende Frage war die nach der Box von Freddy Krueger, dessen solo-Karriere ja erst vor ca. 2 Monaten mit der "fristlosen Kuendigung" von Killamanjaro begann. Konnte er den Erwartungen gerecht werden? Nun, zumindest gut eingestellt auf das, was er aus Deutschland kennt, startete der Ex-Jaro Schreihals mit ARP´s "Lions king". Danach einer der nicesten Tunes des Abends, Chuck Fender mit "Oh my lord" auf dem alle Gefuehlsebenen durchdringenden Soulfood Riddim, brachte erste kleinere forwards. Die konnte er jedoch nicht halten, Gregory Isaacs "Night Nurse" floppte und selbst Lloyd Parks "Mafia" brachte nicht den gewuenschten Erfolg. Dem in meinen Augen recht splice-verdaechtigen Beres Hammond regular "Can´t stop a man" flogte Seeed´s "Release" und ein Gentleman Fehler mit dem Anspielen von "Superior" kamen die ersten serioesen ´buuuhs´ und es schien nicht gut auszusehen fuer den, der vor der 45-Pleite in Wuppertal noch viele Fans in Deutschland hatte.

Soviel zur ausfuehrlichen ersten Runde, die fuer mich am spannendsten war,... Es zeichnete sich schon ein etwaiger Verlauf des Abends ab.
Supersonic bestens geruestet und gut vorbereitet zurueck mit einer Counteraction auf Freddy Krueger´s Seeed, dann Custom-made galore mit u.a. TOK´s "Fire Fire", sowie Vybz Kartell, Preditah, und Red Fox & Naturalee,...straight forward, dazwischen mehr Kartell, Bounty´s "Dead this time" und Buju´s "It´s all over" gg. Freddy Krueger.
Trooper hatte sichtlich Probleme mit dem CD-Player und tat sich schwer, tunes aus seiner Mappe herauszusuchen, Buccaneer´s "Nah run away" funktionierte noch gut, danach eher regular juggling, wenig Speeches, ausser einer Counteraction auf Spider im Sinne von: Clash ist kein Pferderennen, also warum wetten abschließen... Es liefen Everton Blender, Kartell. Trooper versuchte weiterhin, das Publikum fuer sich zu gewinnen, meinte, Supersonic haetten 2 Tunes doppelt gespielt, was nicht stimmte, da beides Counteractions waren. Troopers 2. Runde war also nicht von Erfolg gekroent..
Italiens finest, One Love starteten energischer und motivierter als in der ersten Runde, droppten den ersten Ninjaman des Abends, der gut ankam. Auch einige andere Tunes konnten dem Namen One Love gerecht werden, jedoch verfielen die Roemer schnell wieder dem Juggling und selbst Deutsche Sure Shots wie Burro Banton´s "Bum wah dis" oder Uton Green´s "Can´t take" konnten das Publikum nicht ueberdurchschnittlich mitreißen. Gut, in meinen Augen waren sie besser geordnet als Trooper, jedoch fehlte den froehlichen Suedlaendern zuweilen die Clash-Stimmung und ein faehiger MC, der nicht den ohnehin schlechten Sound (die anderen beiden vorher hatten das Set nun besser im Griff) noch schreiend uebertoent.
Nun, Freddy Krueger war in seiner ersten Runde ja nicht wirklich damit beschaeftigt, Symphathien zu sammeln, so stand fuer viele schon fest, das er der erste sein wuerde, der gehen muss. Er erntete zunehmend weniger Respekt von der Massive, dubiose Tunes wie Jr. Gong´s "More justice" oder Bounty Killer´s "Stainless" ernteten trotzdem Freddys Name nicht darin vorkam, noch einige Forwards, die dann jedoch mit Anthony B. u. co. immer weniger wurden. Erwaehnenswert war noch Beenie Man mit "Too bad mind" und ein erneutes Marley-cover (Candyman), jedoch war der groeßte Forward fuer Freddy Krueger an diesem Abend wohl die Frage, ob er gehen oder bleiben soll. Massive buuh-Rufe gg. "Miss Marketwoman", der im letzten Jahr mit Killamanjaro in Muenchen noch einen Sieg verbuchen konnte, fuehrten dazu, dass er klar raus war.

SupersonicDie Zustimmung des Publikums und das nun erstarkte Selbstvertrauen von Spider dessen Wunsch es vor dem Clash war, "laenger im Clash zu bleiben, als Freddy Krueger", resultierten zu Beginn der 3. Runde in einer Performance von Weltniveau. Supersonic zeigte klar, das sie faehig waren, es mit jedem der Teilnehmer aufzunehmen, und so sorgten Tunes wie "God pickney" von Admiral Bailey , Chaka Demus n Pliers Murder she wrote oder Max Romeo´s all time Classic "Chase the devil" fuer gute Forwards und Stimmung unter dem Volk...

In manchen Ecken der Halle kam es nun zu kontroversen Diskussionen um "Reggae Ambassador" von Third World, der wohl eher schonmal gespielt wurde. Meine Erinnerung gab her, dass der Tune am Ende einer One Love Runde angspielt wurde, jedoch waere auch das Playback, also nach Regeln Disqualifikation. Ricky Trooper kam erneut zum Zug und hielt die angeregten Unterhaltungen aufrecht, indem er sich Spider zuwandt, ihn mit seiner Speech aus der ersten Runde zum Glen Washington "Trooper, Du hast keine Hymne -- mit verweis auf die Supersonic Hymne "Victory"" konfrontierte und daraufhin das A-Teens Cover von Abba, "Super Trooper" als sein Anthem spielte.
Spiderzeigte dem Publikum das Cover der Platte, offensichtlich kein Dubplate, also fuer Trooper ebenfals das Aus.
Ricky TrooperTrooper danach verwirrt auf der Suche nach Tunes, noch ein Bounty Killer auf dem gleichen technoiden Riddim wie "Super Trooper". Naja, wenigstens hatte man noch die Gelegenheit, die 3 Jr. Cat aus einschlaegigen Clash-serien von Sound Trooper , sowie eine in der Ratlosigkeit des Publikums ueber die 2 Regelverstoeße untergegangene Combination von Beenie Man und Janet Jackson zu hoeren. Troopers Lobhymnen auf das Deutsche Publikum und ein "Diesen Gentleman kann nur Sound Trooper spielen" ("Rumours") halfen da leider auch nicht viel. Er fand keinen rechten Draht mehr zum Publikum und die Tuecken der Technik taten ihr Uebriges.
Den groeßten Teil der 3. Runde der Italiener habe ich dann fuer eine kurze Pause an der frischen Luft genutzt, da an sich klar war, das zumindest einer der beiden anderen noch verbliebenen Sounds disqualifiziert werden wuerde. Draussen angekommen, hoerte sich das One Love Set auch eher an wie gemuetliches Donnerstags-Juggling. Diwali u.ae. , gut.. noch ein Jah Cure und Ini Kamoze´s "Here comes the hotstepper", ansonsten schien es jedoch fuer One Love auch klar, das sie weiter sind.

Dr. Ring Ding verkuendete, dass klar One Love weiter ist und, da die anderen beiden Regelverstoeße begangen haben, galt es nun herauszufinden, wer mit One Love das Finale zu bestreiten hatte. Fuer das Publikum war das spaetestens nach der dritten Runde klar Supersonic und so konnte Ricky Trooper, dessen letzte Worte in Erklaerungen und gar lieblichen Gesang um "Super Trooper" ausarteten, auch einen Flug eher nehmen. Nachdem sich der Host noch einmal freundlich fuer die "kreative 30s Ansprache" von Ricky Trooper bedankte, laeutete der Gong zur letzten Runde, das Tune fe Tune.

Supersonic startete gut durch mit einer Counteraction auf One Love´s Ini Kamoze (Ini Kamoze - "Supersonic steps hotter this year".One Love schwach (Buju Banton - "One to one"). Supersonic griff nun tiefer in die Kiste und trumpfte mit Dobby Dobson - "Loving pauper" erneut gegen die (verzweifelten) Versuche von One Love, die Massive mit Alt-Bekanntem fuer sich zu gewinnen (Errol Dunkley - "Black cinderella"). Die Berliner punkten wieder mit dem erst kuerzlich verstorbenen Barry Brown ("Far East") gegen einen zwar guten J. Osbourne ("No Ice cream sound" auf Cuss Cuss), der jedoch von der massive nur auf nur wenig Reaktion stiess. Ini Kamoze gegen J. Osbourne / Samy Dread brachte One Love den ersten Punkt, Supersonic jeoch cruisten von da an dem Sieg entgegen mit mehr Dobby Dobson, Ken Boothe, Marcia Griffiths / Bob Andy oder auch Justin Hinds´"Sinners". Die Forwards fuer One Love waren zwar da, fuer U-Roy, Johnny Clarke, Alton Ellis oder John Holt waren jedoch der Deutsche Anspruch an einen World-clash Zweiten zu hoch. Einzig ein Dubplate von Steel Pulse konnte das Ergebnis der Crew um Lampa Dread noch aufbessern und wurde deutlich besser gewertet als "Territory" von Hopeton Lindo.
Der letzte tune, den Spider an diesem Abend offiziell anzukuendigen hatte, haette treffender nicht sein koennen (Culture - "Not ashame), denn die in besagter Nacht seit langem mal wieder vollstaendige Crew aus der Bundeshauptstadt brauchte sich tatsaechlich nicht schaemen und dominierte den Abend ueber weite Strecken sicher. Dagegen klang One Love´s "Holding firm" von Sizzla mehr eine Danksagung an das Deutsche Publikum fuer den netten Abend und zumindest in der Ecke, in der ich stand war zu dem Zeitpunkt alles klar.

Die Entscheidung jedoch war dann doch nochmal recht sticky und es musste 3x nachgefragt werden, bis es entgueltig war: Die Trophy sollte in Deutschland bleiben, Herzlichen Glueckwunsch seitens www.dancehallmusic.de an Supersonic Sound!!


Abschließend sei positiv zu erwaehnen, das der clash bis auf den teilweise nur maeßigen Sound gut organisiert war (den Stream bekommt man sicher beim naechsten mal auch noch besser hin), und meiner Meinung nach die Deutsche Clash-Kultur so gar nicht mehr in den Kinderschuhen steckt. Members des amerikanischen forum sprechen sogar ueber das "Abgeben der Krone" von NY an Deutschland und Europa im allgemeinen, denn auch Sounds wie One Love stellen immer haeufiger unter Beweis, dass es in unseren Breitengraden nicht wenige gibt, die Reggae lieben, studieren und es auch verstehen, diese Musik wuerdig darzubieten. Die Massive wird zunehmend kompetenter und so macht es -wenn die Sounds in guter Form auflaufen- mittlerweile richtig Spaß, in Deutschland einen Clash zu besuchen. Bleiben wir also gespannt auf weitere Events dieser Art und Groeßenordnung.

Supersonic
Vielen Dank an Pete Lilly und die RIDDIM-Redaktion sowie alle Besucher aus nah und fern, ohne die der Clash nicht moeglich gewesen waere.

Danny Mellenthin fuer www.dancehallmusic.de

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Von bass am 16.10.04 | TrackBack

dhm-LinkUp 2k4

Dhm MassiveAm Samstag fand in Ahrensburg der zweite dhm-LinkUp statt, bei dem gleichzeitig das fünfjährige Bestehen der Website gefeiert wurde. Für alle, die nicht kommen konnten wie auch für alle Anwesenden gibt's jetzt hier einige Bilder aus dem "42 HiFi", zusätzlich zu den bereits im Forum gezeigten.
[ Bilder - LinkUp 2k4 ]
Von bass am 08.09.04 | TrackBack

Splash! 2k4 - Im Osten geht die Sonne auf...

splashDonnerstag Abend. Sanfte Rhythmen begleiteten uns auf dem Weg zum siebten Splash!, als wir uns kurz nach Erreichen des Örtchens Oberrabenstein mit sechs Beamten und der Frage "Wie sieht's 'n aus mit Betäubungsmitteln?" konfrontiert sahen. Da meiner Antwort kein Glaube geschenkt wurde, durchsuchten die netten Damen und Herren der örtlichen Polizei mein gesamtes Auto inklusive Luftfilter und Motorraum. Sichtlich enttäuscht darüber, dass nichts zu finden war, ließen uns die Beamten nach ca. 30 Minuten weiterfahren. An sich wäre dies nicht weiter schlimm, jedoch sollte nach Aussage eines Mitarbeiters der Phlatline-Agentur der Schalter für die Ausgabe der Festival-Bändchen um null Uhr schließen, uns blieben also nur noch 20 Minuten Zeit. Nach einem erschöpfenden Fußmarsch wendete sich dann doch alles zum guten und wir konnten in aller Ruhe unsere Zelte aufschlagen.

So viel zum etwas ärgerlichen Start, der uns die Lust aufs Splash! nicht nehmen konnte. Am Freitag zog uns die Sonne schon sehr früh aus dem Zelt, was uns die Möglichkeit bot, den letzten „Feinschliff-Arbeiten“ auf dem Festivalgelände beizuwohnen. Alles schien recht gut organisiert, und so langsam stellte sich auch bei uns richtiges Festival-feeling ein. Das line-up versprach Gutes und diese Vorahnung sollte nicht enttäuscht werden.

Den Anfang machte Lazy Youth, der eine - nicht nur für die Fans des dt. Dancehall-Reggae – gute show lieferte, wobei große Teile der Festivalbesucher noch damit beschäftigt waren, das Gelände zu erkunden. Hawkeye überzeugte wenig später mit einer performance, bei der man der sich zunehmend vor der Riddim-stage eingefundenen dancehall-massive das ein oder andere Funkeln im Auge beobachten konnte. Wir gönnten uns eine kurze Auszeit, denn für uns war klar, dass die "fast-Stammgäste" des Splash!, Chico und Ce'cile, Garanten für gute Unterhaltung sind, was sich nach Aussagen des Publikums bestätigte. Pünktlich zu den Höhepunkten des ersten Tages fanden wir uns wieder vor der Riddim Bühne ein, es war Zeit für Baby Cham.Baby Cham Dieser glänzte durch eine performance, die energiegeladener nicht hätte sein können. Die Masse war fest in seiner Hand, Cham bot alle erdenklichen bad man anthems und krönte die show mit einer Darbietung des Marley-Klassikers „Redemption song“, bei welchem nahezu jeder Reggaefan vor der Bühne einstimmte.
Das finale grande am Freitag war die Bühnenpräsenz des „Jah messenger“, Luciano. Angenehmer hätte der Abschluss nicht sein können. Mit u.a. Mikey General im Schlepptau wurde es beim sanften Gesang des Rastas jedem Reggae-Jünger, der sich an diesem Abend am Stausee Oberrabenstein eingefunden hatte, warm ums Herz. Luciano machte keineswegs einen müden Eindruck, sondern sprang euphorisch auf der Bühne umher. Die Klimax wurde durch den tune „Guess what's happening“ erreicht, bei dem er sich selbst auf der Gitarre begleitete.

Der live-Part neigte sich dem Ende entgegen, und die ersten Tanzwütigen strömten ins Dancehall-Zelt, das für diesen Abend den Lokalmatador Phlatline Sound und die Nr. 1 der dt. Soundsystems (laut Riddim-Leser Poll), Pow Pow Movement auf dem Programm stehen hatte. Beide lieferten ein unterhaltsames bashment-Programm, auch wenn ich mir persönlich mehr erhofft hatte, da beide Sounds ein großes Potential besitzen und davon nur wenig zu hören war. Das Publikum jedoch zeigte sich sichtlich zufrieden und tanzte bis in die frühen Morgenstunden.

Nach einem ausgedehnten Frühstück am Zelt beschlossen wir, den Samstag etwas ruhiger zu gestalten, da einem die Sonne ganz schön zu schaffen machte und die Veranstalter Freitag Abend spontan entschieden, uns den Backstage-Zutritt an der Reggae Bühne zu verwähren. Das sollte nicht heißen, dass uns die Möglichkeit genommen wurde, Interviews zu führen. Denn es gab ja den Pressebereich direkt hinter der Hip-Hop Bühne, also einmal quer durch das Festival-Gelände. Selbstverständlich verirrte sich während der gesamten 3 Tage nicht ein Reggae-artist dort hin. Wir wurden also bezüglich der Interviews an den Pressechef verwiesen, der uns Termine für Renaissance Disco, Sanchez und Cocoa Tea zusicherte. Aufgrund fehlender Betreuung seitens der Verantwortlichen kam nicht ein Interview zustande. Auch nach mehrfacher Bitte um Zutritt zum Reggae-backstage wurden wir noch immer freundlich zum Pressezelt verwiesen, in dem außer der Meldung, dass Lady Saw und Burro Banton wohl nicht zum Festival erscheinen werden, nichts zu erfahren war. Als Ersatz für die beiden Ausfälle sprang - woher auch immer - Red Rat ein, der auch der erste Artist am Samstag war, dessen show wir beiwohnten. Mit wenig Neuem, dafür voller Energie konnte er viele der auf Burro und Lady Saw wartenden über deren Nichterscheinen hinwegtrösten. Wayne Marshall brachte mit seinem „ich-sing-heut-alles-was-ihr-kennt“-Programm auch bei uns die gute Laune zurück und so gab er neben seinen großen Hits und ganja-Hymnen auch Stücke von u.a. Barrington Levy und Bob Marley zum Besten. Die überaus gute performance des Marshall ließ die Vorfreude auf den Dread, den viele noch als bad-man mit gun lyrics in Erinnerung haben dürften: Spragga Benz, so gar nicht mehr der Alte, dafür aber mit einer durchaus mitreißenden Darbietung, zog alle in seinen Bann.Spragga BenzRed Square sorgten einleitend für die richtige Stimmung und als Spragga Benz die Bühne betrat, fand das Splash! 2004 seinen nächsten Höhepunkt. Aufgrund des sehr roots- lastigen Programms sah man hier und da zwar einen dancehall-fan auf alte tunes hoffen, am Ende störte es jedoch keinen, dass diese ausblieben. Top show!

Nach einer kleinen Stärkung machten wir uns auf zum dancehall tent, in erwartungsvoller Haltung auf Renaissance Disco, dem Sound um Delano, der das remixen neu definiert hat. Weiterhin auf dem Plan Soundquake und Sentinel, die beiden dt. Top-Sounds, die sich demnächst im Clash gegenüberstehen. An diesem Abend jedoch lief alles friedlich ab, beide Sounds überzeugten durch gute selections und brachten das durch die Massen sehr stickige Zelt zum Kochen. Renaissance hingegen wurden den Erwartungen nur zum Teil gerecht, was daran gelegen haben könnte, dass zwei junge Damen aus Chemnitz sehr leicht bekleidet die Bühne eroberten und durch eine Tanzperformance zu glänzen versuchten. Ob das gefällt ist Ansichtssache, jedenfals hatte ich den Eindruck, das dies den Spielfluss der Yardies störte, die auch nicht mehr wirklich zu diesem zurückfanden.

Am meisten Vorfreude bereitete uns das line-up des letzten Tages des mit knapp 20.000 Gästen nicht ganz so gut besuchten festivals. Singers galore, und das Wetter sollte dieses Jahr keinen Strich durch die Rechnung machen. Die erste Meldung des Tages, die die Absage der Königin des Reggae, Marcia Griffiths, bestätigte, ließ zwar eine Träne über die Wange fließen, der Rest des Programms jedoch war zugesichert und las sich auch ohne sister Marcia noch wie das who is who der Reggae-Singer.
Eingeleitet wurde der Sonntag durch Taffari, der die wenigen der Sonne trotzenden gut unterhielt. Seine rootsige Stimme war die gelungene Einstimmung auf einen sonnigen Reggae-Tag am See. Es folgte D-Flame, der sich Mühe gab, die von der Hälfte der Audienz gewürdigt wurde. Viele andere jedoch waren nicht ganz so angetan von der durchaus guten Performance des einzigen deutschsprachigen artist des Tages. Aufgrund der Verspätung von Lukie D änderte sich das Programm, und die Bühnenvorbereitungen für Cocoa Tea samt Anhang wurden getroffen. Der Ablauf änderte sich, nicht jedoch die Spielzeit des Singers mit der süßesten Stimme. Nach Chrisinti und Iley Dread, die mit der Darbietung ihrer bekannten Stücke einige Zeit in Anspruch nahmen, blieb für den Rasta aus Clarendon nur noch Zeit für 5-6 Titel.<Cocoa TeaDiese, allesamt nicht viel länger als eine Strophe, ließen zwar das Herz höher schlagen, die Stimmen des Publikums jedoch stimmten alle zu, dass die Zeit, die Mr. Scott auf der Bühne zubrachte, viel zu kurz war.
Ladykiller Sanchez hingegen hatte mehr Zeit, nicht nur die Herzen der Frauen zu erobern, die man zuweilen aufgrund seiner seidigen Stimme dahinschmelzen sah, sondern die ganze Massive in Hypnose zu versetzen. Ich hatte den Eindruck, als konnten 70% der anwesenden nahezu alle Songs mitsingen, sehr zur Freude des zugegebenermaßen – wie erwartet - chique gekleideten singers. Während der show von Lukie D, der dann schließlich auch das Gelände erreichte, gönnten wir uns eine Pause am Zelt, um später gut gestärkt dem Finale entgegenzufiebern.
BeresDer Meister persönlich, Mr. Beres Hammond inklusive der Harmony House Band und Ginger, einem recht jungen, doch sehr talentierten artist: einen besseren Abschluss hätte man wahrlich nur durch die Wiedergeburt von Garnett Silk oder Dennis Brown erreichen können. Alle Hits von Rock away über They gonna talk, Step aside, Pull it up hin zu Can't stop a man begleitet von Publikums-Chor vor der Bühne. „My family“, so betitelte Beres die extatische Menge aus Feuerzeugen und fröhlich dreinblickenden Reggaefans. Für uns definitiv (neben Busta Rhymes) das Highlight des diesjährigen Splash! Festivals.

Supersonic Sound sorgte mit einem sehr schönen Set für den Ausklang des Ganzen. Wir gaben uns noch einige Minuten den dubplates des Berliner Gespanns um Panza und Spider hin und traten die Heimreise an.
Zusammenfassend war dies ein sehr angenehmer Ausflug, das Festival wie immer recht gut strukturiert. Kritik gilt an dieser Stelle nur den Pressebetreuern und Verantwortlichen. Mein Ziel war es, ein-zwei gute Interviews zu führen, doch es kam nach Zusicherung der Termine zu keinem einzigen. Es war schade, zu sehen, dass dies in der Organisation einfach nicht bedacht wurde, beziehungsweise wurde man diesbezüglich einfach im (nicht vorhandenen) Regen stehen gelassen.


Damelicious für dancehallmusic.de
Von bass am 06.09.04 | TrackBack

Freddy Krueger gewinnt 45-Clash

Freddy Krueger hat den ersten Clash seiner Post-Killamanjaro-Karriere gewonnen. Im 45-Clash in Wuppertal setzte er sich im Tune Fi Tune gegen Supersonic aus Berlin durch. Zuvor waren Jah Sound (NL) nach der zweiten und Dreadbeat (Köln) nach der dritten Runde ausgeschieden.
Nach einer Introduction-Runde, laut Regeln ohne War Speech und War-Tunes, war es zu Diskussionen gekommen, weil Jah Sound nach Meinung des Publikums gegen diese Regeln verstoßen hatte; aber trotz mehrer Votes gegen Jah Sound entschied Pionear (vermutlich auf Ansage der Promoter...), der Host des Abends, Jah Sound nicht auszuschließen, um Bias-Vorwürfen vorzubeugen. Der Sound aus Holland konnte daraus kein Kapital schlagen und schied nach der zweiten Runde zurecht als erster Sound aus. Von den verbleibenden Sounds hatte zuvor einzig Supersonic zu überzeugen gewusst; Freddy Krueger enttäuschte trotz teilweise gelungener Speeches mit seiner Tune-Auswahl, Selector Gerd Gummersbach von Dreadbeat wählte seine 45s weit überzeugender und origineller aus, schien jedoch trotzdem kaum Forwards zu bekommen. Nach der dritten Runde kamen Krueger und Supersonic laut Publikumsabstimmung deutlich ins Tune Fi Tune, während Dreadbeat sich mit Tristan Palmers "Entertainment" verabschiedete.
Über das abschließende Tune Fi Tune gingen die Meinung auseinander. Freddy spielte u.a. Bounty Killer & T.O.K. auf dem Juice Riddim sowie Elephant Man; Supersonic hielten sich an die ungeschriebene Foundation-Regel, spielten großartige Tunes, doch bei der abschließenden Abstimmung zeigte sich, dass Freddy Krueger den Geschmack der anwesenden Massive offenbar besser getroffen hatte. Auf den Riddim-Clash im Oktober in München darf man nun allerdings gespannt sein, denn dort werden sich Freddy und Supersonic wieder gegenüber stehen.
Big Up an Fijah.biz und claat.com für den Stream, raggabeatz.net für den Relay.

[ Diskussion im Forum ]

Von bass am 17.07.04 | TrackBack

Summerjam 2004 - Review

Dhm-Camp @ SummerjamZum 19ten Summerjam hatten sich am Wochenende vom 2. bis zum 4. Juli eine stilistisch gut durchgemischte Schar von ca. 45 Artists und Sounds sowie ein noch "abwechslungsreicheres" Publikum (etwa 15000) eingefunden; weiterhin Stände aller Art vom Tape-Dealer bis zum Verkäufer von mysteriösen "Energiebällchen"; Trommler, Tiere, T-Shirts (Favorit: "got mudd?") und die unvermeidlichen Sicherheitsdienstleister.

Wir trafen am Freitag abend nach staubedingter Verspätung gerade noch rechtzeitig ein, um auf der größeren der zwei Bühnen das geschmackvolle Jacket von Max Herre zu bewundern (eine Kategorie, in der ihm nur Ken Boothe den Rang ablaufen sollte). Während dort (nach der merkwürdigen Ankündigung des Conferenciers, im nächsten Jahr eine Bühne nur für deutschen HipHop zu reservieren - steht da eine Umbenennung in "SummerSplash" ins Haus?) der Dub-Urahn Lee Perry auftrat, begann auf der kleineren Bühne Lady Saw ihren sehr guten, aber recht kurzen Gig;Cecile einige Hits von "Big Ninja Bike" über "Eh Eh" bis zum obligatorischen "Healing" (leider ohne Beenie Man); Slackness in Massen und ein Wining Contest dreier Paare zu den Klängen von "Backshot" entsprachen den Erwartungen, zum Ende überraschte sie noch mit einem Tune für ihre kürzlich verstorbene Mutter.


Am zweiten Tag wurde zunächst das dhm-Camp inspiziert: klinisch sauber präsentierte sich der Zeltplatz, streng diszipliniert und aufs Wesentliche konzentriert die Anwesenden Board-Mitglieder.
T.O.K. Gegen halb sechs, nach einem hervorragenden Auftritt von Sanchez, lieferte "Badgal" Cecile einen nur / mindestens als routiniert zu bezeichnenden Gig ab, der die Massive wirkungsvoll vorglühte für die nachfolgenden T.O.K. Mit einer Vielzahl von Hits (Eagles Cry, Chi Chi Man, Keep It Blazing bis zu Unknown Language und wenig überraschend Gal Yuh A Lead, das als Openener fungierte) heimsten Sie Forwards in Serie ein und spielten ihr Talent voll aus.

Gefolgt wurden sie vom "Fireman" Capleton, dessen Gig von zwei Artists seiner David House Crew (Jah Thunder & Wer-war-das-noch-gleich...) eröffnet wurde, ehe er selbst zu "Jah Jah City" auf die Bühne sprintete und für ca. 110 Minuten eine hervorragende Show bot, inklusive durchaus spektakulärer Feuer-Artistik.Capleton

Während bei einsetzender Dunkelheit die Rasites aus UK und später die Abyssinians (Warrior King war leider eine der wenigen "No Shows" des Wochenendes) ruhig, souverän und dennoch druckvoll aufspielten und für entspannte Unterhaltung sorgten, begann auf der Main Stage der wohl am gespanntesten erwartete Auftritt des Festivals, das "Alliance"-Triple Wayne Marshall, Vybz Kartel und Bounty Killer.

Marshall betrat die Bühne mit frisch gekauftem Deutschland-Schal, konnte aber dennoch deutlich mehr überzeugen als die Nationalelf, mit Forwards u.a. für "Overcome" und "Legalize Ganja". Vybz Kartel präsentierte sich gut aufgelegt, fuhr mit "Please" den obligatorischen "Coolie Dance"-Forward ein, aber dseine keineswegs immer leicht verständlichen Lyrics, die bei ihm eine größere Rolle spielen als z.B. bei T.O.K., veranlassten das Publikum hingegen nicht immer zu lautstarker Resonanz; aber vor allem die Combinations mit Wayne Marshall waren Volltreffer auf ganzer Linie. CapletonZum Abschluss betrat dann Bounty Killer die Bühne; er wirkte sehr konzentriert und motiviert, griff auf seinen bis in die frühen 90er Jahre datierten "Classics catalogue" zurück, bat kurzfristig die Kollegen Angel Doolas und Hollow Point auf die Bühne (letzterer hätte als Sean Paul-Imitator für amüsante Missverständnisse sorgen können) und lieferte insgesamt einen der Höhepunkte des Festivals, gekrönt von der abschließenden Combination mit Wayne Marshall und Vybz Kartel.
Wayne Marshall

Silver Cat leistete am frühen Sonntagabend das Warmup für Summerjam-Stammgast Beenie Man, der sich ebenso wie Bounty Killer am Vorabend in guter Form zeigte, Hits ohne Pause performte und noch von Babyface bei "Pride & Joy" und seinem Bruder "Little Kirk" Davis unterstützt wurde. Auf der kleineren Bühne trat zeitgleich die Studio One-Legende Ken Boothe auf; gebackt von der Court Jester's Crew zeigte er ein phantastisches Programm, inklusive des 70er Jahre-Hits "Speak Softly Love", den er dem zwei Tage zuvor verstorbenen Marlon Brando widmete. Bounty KillerStimmlich top-a-top, teilweise ausgelassen und immer soulful vielleicht das Highlight des Wochenendes (und Gratulation an alle Sounds, die das Glück hatten, von dem Mann in Sentinels improvisiertem Dub-Studio Plates aufzunehmen).
Auf der großen Bühne wurde das Festival schließlich vom "Messenger" Luciano beschlossen, unterstützt von Mikey General und dem phantastischen Dean Fraser, der dem Main Act mit seiner großartigen Saxophon-Version von Bob Marleys "Redemption Song" fast die Show stahl. Wir verließene dieses Konzert allerdings verfrüht, um am anderen Ende der Festival Insel auf einem "Groß"bildfernseher zuzusehen, wie Portugal gegen die deutscher als Deutschland spielenden Griechen verlor - umgeben von einer EM-Massive, die man in schonungsloser Offenheit als "biased" bezeichnen muss.

MassiveFazit: einige Programmänderungen hätten deutlicher und früher bekannt gegeben werden können, und fürs nächste Jahr wünscht man sich eine etwas weniger stiefmütterliche Behandlung der SoundSystem-Szene, aber insgesamt ein schönes Festival, vielfältig im (Rahmen-)Programm und vor allem: musikalisch auf hohem bis höchsten Niveau.




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Von bass am 08.07.04 | TrackBack