Various – David Rodigan’s Dubwize Shower (BBE)

Rodigan Dubwise Shower Cover

Rodigan Dubwize Shower Cover Als in den frühen 1970ern die Tontechniker in den Aufnahmestudios in Kingston, Jamaika anfingen, mit selbstgebastelten Delay-, Echo- und Hall-Effekten auf analogen Tapes herum zu experimentieren, entstand daraus nicht nur ein völlig neuer Sound und eine extrem einflussreiche Musikrichtung: Dub. Die Idee eine Aufnahme in ihre einzelnen Elemente zu zerstückeln und dann Instrumente oder Vocals durch Echo o.ä. besonders hervorzuheben, war revolutionär und stellte Hörgewohnheiten auf den Kopf. Einflüsse des Dubs lassen sich bis heute aus z.B. aus Drum & Bass und Dubstep Produktionen kaum wegdenken.

Auf seiner neuesten Compilation ‘Dubwize Shower’ präsentiert Altmeister David Rodigan vorwiegend klassische Dub Tracks der Hauptprotagonisten dieser einzigartigen Entwicklung: King Tubby, Errol T. Thompson, Lee Perry und Sylvan Morris. Es finden sich aber auch einige wegweisende Produktionen aus jüngerer Zeit, z.B. von Alborosie und Da Grynch. ‘Dubwize Shower’ erscheint bei dem angesehenen britischen Label BBE in schöner Aufmachung und mit informativem Booklet, in dem sich Onkel Roddy höchstselbst zu jedem einzelnen Tune äußert.
David Rodigan meint: “The ideal conditions in which to enjoy these tracks is when they are being pumped out of an enormous, heavy duty sound system where the full effect and legacy of Jamaican Dub music can be fully appreciated.”
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Kurz-Review: Uwe Kaa – „Danebenbenehmen“

DanebenbenehmenNach drei Jahren meldet sich Uwe Kaa, seines Zeichens früher MC und Sänger bei den Roots Rockers, nach seinem Solo-Debut „Endlich Single“ mit einem neuen Album zurück: „Danebenbenehmen“ heißt das neue Werk und wird wie der Vorgänger auf Irievibrations Records veröffentlicht. Die erste Singleauskopplung „Unterm Strich“ lässt schon erahnen, aus welcher Richtung der Wind bei diesem Album weht: Uwe Kaa versucht nicht nur authentisch zu sein, er schafft es. Und dass Uwes Horizont nicht am Reggaetellerrand stehen bleibt, sollte schon seit seinen ersten Releases (wie der Crossover Nummer „Für’n Arsch“) klar sein. Hier vermischt sich Reggae mit HipHop und Pop und sogar Rythmn’n’Blues, da verwundern auch die Jack Johnson Anleihen bei „Unterm Strich“ nicht. Wie auch schon „Endlich Single“ richtet sich „Danebenbenehmen“ nicht ausschließlich an ein klassisches Reggaeexpertenpublikum. Der Crossover-Spagat gelingt ihm erneut, ohne dabei seine Offbeatwurzeln zu abzusägen. Für den einen oder anderen mag das schon zuviel Popappeal sein, aber es ist Echt und hat Seele. Mit Irievibrations an seiner Seite kann sich Uwe jedenfalls auch in Zukunft sicher sein, keine faulen musikalischen Kompromisse eingehen zu müssen. Ein durchbrechender Mainstreamerfolg wäre ihm sehr gegönnt.

Veröffentlichungsdatum: 15.04.2011
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Mehr Infos: uwekaa.de

Kurz-Review: “Songs For Reggae Lovers Vol. 4”

Songs For Reggae LoversWeiter geht der angekündigten Review-Schnelldurchlauf mit der nächsten Greensleeves-Compilation: “Songs For Reggae Lovers Vol. 4”.

Bereits Ende Januar, wie schon Teile 1 bis 3 der Serie in den letzten drei Jahren pünktlich zwei Wochen vorm Valentinstag, erschien diese Doppel-CD mit einem Sammelsurium verschiedenster mehr oder weniger romantischer Reggae-Songs. Der Marketing-Ansatz ist also mehr als durchschaubar, was aber nicht heißen muss, dass das Produkt nicht trotzdem was taugt.
Das ganze startet mit recht aktuellem und populärem Material wie Busy Signals Phil-Collins-Cover “One More Night” oder Romain Virgos “Love Doctor”. Dazu gesellen sich im weiteren Verlauf diverse Evergreens vom Kaliber “Everything I Own”, diverse nicht ganz so große Hits aus den Jahrzehnte dazwischen wie Beres Hammonds “Come Back Home” oder Norris Mans “Home And Away” sowie eine Portion relativ belangloses Füllmaterial aus dem gesammelten VP- und Greensleeves-Backkatalog.

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Kurz-Review: “Diplo Selects Greensleeves”

Diplo Selects GreensleevesDie gemeinsame Promo-Abteilung von VP und Greensleeves Records war vergangene Woche besonders fleißig und hat uns gleich mit einem ganzen Schwung Rezensions-Material eingedeckt. Damit die Sachen nicht so lange unbearbeitet herum liegen, handle ich an dieser Stelle das eine oder andere Album diesmal etwas kürzer ab.

Da wäre zunächst “Riddimentary: Diplo Selects Greensleeves”. Greensleeves haben den superhippen Star-DJ – in der Dancehall vor allem bekannt durch sein Projekt “Major Lazer” – dafür gewonnen, aus dem umfassenden Greensleeves-Katalog eine Art Mix-CD zusammenzustellen. Beim Ergebnis handelt es sich aber weniger um eine klassische Mix-CD mit 40-80 Tracks auf 74 bis 80 Minuten. Vielmehr sind hier 15 Songs in beinahe voller Länge aneinandergereiht, die sich dann aber mit geschmeidigen Übergängen (statt mit 2 Sekunden Pause dazwischen) flüssig durchhören lassen*.

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Review: Bushman Sings The Bushdoctor

BushmanAm 24. Januar erscheint bei VP das neue Bushman Album “Bushman Sings The Bush Doctor – A Tribute to Peter Tosh”. Der Titel lässt es erahnen: ein Album voller Peter Tosh Coverversionen – allerdings keinesfalls nur von Toshs “Bush Doctor” Album. Vielmehr finden sich auf dem Album zwölf Hits aus Toshs gesamter Post-Wailers-Ära.
Produziert wurde das ganze von Penthouse Records mit Unterstützung namhafter Musiker wie z.B. Sly Dunbar oder Robbie Lyn.

Wenig überraschend eignet sich Bushmans Stimme bestens für Toshs Material. Zusammen mit dem amtlichen Backing ergibt das einen Reigen von bekannten Klassikern im Soundgewand einer modernen jamaikanischen Roots-Produktion.
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Review: Reggae Anthology: Dennis Brown

Dennis Brown AnthologyLetzte Woche fand ich nach einer längeren Pause mal wieder Rezensionsmaterial von VP Records in meinem Briefkasten. Es handelte sich um die neue Dennis Brown Compilation des VP-Sublabels “17 North Parade” mit dem langen Namen Reggae Anthology: Dennis Brown – Crown Prince of Reggae – Singles (1972 – 1985). Als großer Dennis Brown Fan führte ich mir das Material direkt zu Gemüte und präsentiere hier nun meine Rezension:

Wenn man weiß, wie viele Möchtegern-Best-Of-Alben und sonstige Compilations vom Crown Prince of Reggae schon auf dem Markt sind, fragt man sich zunächst: braucht es noch eine? Continue reading “Review: Reggae Anthology: Dennis Brown”