Bantu – No Man Stands Alone

Bantu cover no man stands alone“No Man Stands Alone” ist ein Album, dass nicht nur eine sehr persönliche Story erzählt, sondern auch eine Erfahrung wiedergibt, die nur allzu vielen Reisenden und Kosmopoliten bekannt vorkommen dürfte.
Es ist die Geschichte von Ade Bantu, der nach Jahren in Deutschland und auf Tour als Solokünstler, mit seiner Band oder als Teil der Brothers Keepers in der ganzen Welt, nach Lagos, Nigeria, in das Land seines Vaters und seiner Kindheit zurückkehrt.

Dort ist ein Album enstanden, dass in zehn Songs eine musikalische Reise durch Nigeria, mit einem Ausflug nach Ghana wiederspiegelt. Die zehn Songs sind auch zehn Begegnungen Bantus mit Musikern wie der international wohlbekannten Mobo Awards Gewinnerin, Schauspielerin und Soulsängerin Nneka, der 84jährigen Highlife Legende Fatai Rolling Dollar, dem jungen, exzentrischen Gitarristen Dabyna, dem ghanaischen Superstar Wanlov the Kubolor und vielen mehr.
Durch die verschiedenen Mitwirkenden und Bantus Offenheit für musikalische Einflüsse, kommen eine Vielzahl von Genres zum Anklang: von Hip Hop über Highlife,von Dancehall bis Soul, Juju Music und Afrobeat!

Nicht nur das musikalische, sondern auch das inhaltliche Spektrum ist breit. Sozialkritisch und intelligent, zum tanzen, mitnicken, mitsingen, nachdenken – so geht man gerne mit auf die Reise! Bantu ist übrigens mittlerweile nach Lagos gezogen und nur noch zu Besuch in Deutschland anzutreffen…

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Review: zwei neue “Reggae Legends”-Box-Sets: Johnny Osbourne und Josey Wales

Reggae Legends Johnny OsbourneViel neues gibt es ja nicht mehr von Greensleeves Records: drei bis vier “Greatest Ragga Ragga Anthems”-Compilations und zwei bis drei Artist-Alben pro Jahr scheinen alles, was die Briten noch an neuem Material veröffentlichen.
Dafür sind sie umso fleißiger dabei, den Backkatalog in immer wieder neuer Aufmachung auf den Markt zu schmeißen. Oft entstehen dabei neue Zusammenstellungen, bei denen man sich fragen mag, ob es diese wirklich braucht, oder ob es nicht auch einfach eine Neuauflage der klassischen Alben getan hätte, auf denen das selbe Material schon vertreten war.

Umso erfreulicher sticht daher die Serie der “Reggae Legends”-Box-Sets aus dem Greensleeves-Recycling-Output hervor: hier spart man sich das Rekompilieren ebenso wie das Remastern und steckt vier komplette Alben eines Artists in eine Box, die es zum Preis von wenig mehr als einer regulären CD zu kaufen gibt. Für alle, die diese Alben noch nicht besitzen, ein verlockendes Angebot. Ob sich der Kauf wirklich lohnt, steht und fällt aber logischerweise mit den enthaltenen Original-Alben. Also gucken wir uns die beiden neuesten Box-Sets der Serie einmal genauer an:

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Country Boyz Foundation presents: Country Life Riddim

country life riddim Vom tobagonischen Reggaesänger Franz Job gibts wieder mal eine Riddim Selection: den Country Life Riddim, produziert von Franz Job selbst.

Auf der Selection finden sich einige bekannte Namen der vibrierenden Reggaeszene aus Trinidad & Tobago, wie z.B. Khari Kill (“All Over Again”), Jah Bami (“Pushy”), Bud Ramsay (“Top of The World”) und nicht zuletzt natürlich Franz Job (“Everyday”). Dabei ist auch die Rootsreggae – Band King Solomon aus den USA mit “Get Myself Together”. Insgesamt ein schöner Roots-Soundtrack für die heissen Tage!

Wie auch die letzten Riddim-Selections und das Album wurde der Country Life Riddim auf Bacchanalism/Faluma veröffentlicht.
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Laduma! – ein karibisch-afrikanischer Fussball WM – Sampler

Die Welt freut sich auf die FIFA Fußball Weltmeisterschaft in Süd-Afrika, einer der Höhepunkte des Jahres nicht nur für Sportaficionados sondern auch für alle, die die kulturelle Vielfalt unseres Planeten lieben. Zum ersten Mal wird die Fußball Weltmeisterschaft von einem afrikanischen Staat ausgetragen – traurig und bahnbrechend zugleich.

Inspiriert von Unity und dem Austausch von Ideen und Einflüssen hat das Label Faluma eine herausragende Compilation veröffentlicht, die ein breites Spektrum musikalischer Stile abdeckt – aus der Karibik, USA, Japan und Afrika, und natürlich auch aus verschiedenen Teilen Europas.
Leitgedanke könnte das Bild des Balls sein, der von Land zu Land und über den Ozean zu anderen Kontinenten springt und dabei eine musikalische Brücke um den Globus schlägt. Dabei wird nicht nur die Liebe zu jeglicher Musik, insbesondere aus Afrika und der Karibik, geteilt, sondern auch etwas komplett Neues erschaffen – vergleichbar mit der Magie auf dem Platz, die ein Global All Star-Teams vollbringen kann.

Laduma!” ist ein bekannter Ausruf süd-afrikanischer Fußballfans in Zulu und meint soviel wie “Tor!” (wörtlich: es donnert!). Der perfekte Titel für einen Sampler, auf dem jeder Tune ein Treffer ist! Die Bandbreite reicht von in Japan produziertem Uptempo Jump-Up Soca bis zu Kwaito-Funky Hybriden, von Afro-Reggae aus Trinidad bis zu Mash-Up Bassline, von Latin-Caribbean Merengue bis zu brasilianischen Stadionhymnen und reflektiert, was Fußball und Musik gemeinsam haben: FUN, RHYTHM & UNIVERSALITY!

In erster Linie Label für karibische Musik mit starkem Fokus auf Soca ist Faluma über die letzten Jahre ein Inbegriff für gut gemachte Veröffentlichungen geworden, die auch außerhalb der Karibik weniger bekannte Künstler von den ‚Small Islands’ featuren. Das neu gegründete Sublabel Faluma Africa wird zukünftig nicht nur die musikalische Landkarte Afrikas bis in den letzten Winkel erkunden, sondern versteht sich auch als Plattform für Produktionen, die sowohl nationale als auch stilistische Grenzen überschreiten. Ein perfekter Kanal also für die Veröffentlichung einer internationalen Compilation, die ganz besonders Afrika gewidmet ist.

Das großartige Cover wurde von der bekannten, auch hier im Forum aktiven Berliner Illustratorin und Designerin Susanne Paschke gestaltet.

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Review: Knock Out Riddim (Supersonic)

Knock OutHeute erscheint der neue Supersonic-Riddim “Knock Out”. Das Ding ist ein echtes Brett und erinnert an die klassischen Dancehallriddims der 1990er. Gleichzeitig hält sich der Riddim in vieler Hinsicht an heutige Produktionsstandards – nicht zuletzt dort, wo bei einigen Tunes der Riddim auf die Melodie der Vocals angepasst wurde, merkt man, dass man in 2010 angekommen ist.

Ähnlich wie bei vorigen Releases aus den Hause Supersonic / Junior Blender findet sich auf der Selection ein Vielfalt an Artists aus Jamaica, Trinidad und ganz Europa.

Von den karibischen Namebrand-Artists liefern Degree, Ward 21 und Bunji Garlin Tunes von der Qualität ab, die man mit ihrem Namen verbindet.

Perfect wiederum erzählt uns zwar, wie sehr ihn der Riddim begeistert – leider scheint er sich aber gedacht zu haben: “Da riddim ya so bad, it don’t even need a proper chorus”. Schade eigentlich, denn mit einer anständigen Hookline hätte aus seinem “Bawl” ein Hit vom Kaliber “No Badda Me” oder “Junjoclaat” werden können. Continue reading “Review: Knock Out Riddim (Supersonic)”

Review: Franz Job – Babylon is dead

franz-job-babylon-is-deadNachdem sich Franz Job als Produzent dreier erfolgreicher Reggae Riddims und als hervorragender Sänger einiger der packensten Songs auf eben jenen Riddims einen Namen gemacht hat, präsentiert er nun sein erstes Soloalbum “Babylon Is Dead“.
Franz Job, der in London lebende “eclectic country boy” aus Tobago, gilt als eines der größten Roots Reggae Talente aus Trinidad & Tobago.
Dieses Album ist nicht nur Beweis seiner umfassenden Musikalität, schließlich singt er nicht nur, spielt auch Gitarre und hat sämtliche Tunes selbst produziert, sondern es zeugt auch von seinen beeindruckenden Songwriterqualitäten!

Roots und Lovers Reggae at its best, aber auch beschwingte, fröhliche Tunes, allesamt mit Message und sauberen, intelligenten Lyrics, gekonnt produziert und gesungen, zeichnen “Babylon is Dead” aus.
Sowohl die lyrischen Qualitäten des Calypso, als auch die wohldurchdachten Steel Pan Arrangements und die energiegeladenen Gottesdienste seiner Heimat haben den Musiker Franz Job hörbar geprägt. The Wailers, Israel Vibration und The Fugees nennt er des weiteren als Inspiration, doch soll hier nicht durch Vergleiche seine eigene Kreativität und Originalität geschmälert werden.

An den Texten zeigt sich besonders schön der rote Faden, der sich durch das Album zieht: im live und unplugged eingespielten Opener fragt Franz Job “Where is Paradise” und scheint es selbst im zweiten Track, einer Hymne auf die Schönheit seines Geburtsorts Charlotteville, Tobago, zu beantworten. Doch in den folgenden Tunes kommen auch die Probleme zur Sprache, nicht umsonst verlassen allzu viele junge Leute ihre karibische Heimat, auch der Sänger selbst, um anderswo ihr Glück zu finden.
Wie auf vielzähligen Veröffentlichungen dieses Jahres wird die Hoffnung auf Veränderungen in der Welt personifiziert durch Barack Obama, der auch auf diesem Album gehuldigt wird.
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