The Very Best: Warm Heart of Africa

verybest-warm-heart-of-africaBereits Ende 2008 sorgte die 3-köpfige Truppe, bestehend aus dem Sänger Esau Mwamwaya und dem DJ & Produzenten Duo Radioclit, mit ihrem kostenlosen Mixtape „Esau Mwamwaya and Radioclit are The Very Best“ für Aufsehen. Ihr Sound: eine Mischung aus AfroPop, traditioneller Musik aus Malawi und den verschiedensten Facetten elektronischer Musik.
Seit kurzem ist ihr 13 Track starkes Album “Warm Heart of Africa”, welches von dem New Yorker Label GREEN OWL vertrieben wird, als digitaler Download verfügbar. Ab 25.09. soll es dann auch auf CD im Fachgeschäft erhältlich sein.

Esau Mwamwaya, geboren in Malawi, verschlug es 1999 nach London, wo er ein Second-Hand Möbel-Geschäft eröffnete. Dort lernte er auch später die beiden Produzenten DJ Tron und Johan Hugo alias Radioclit kennen, die dort ein Fahrrad erstehen wollten.
Schnell entwickelte sich eine Freundschaft und man ging die ersten gemeinsamen musikalischen Schritte. 2 Jahre später waren “The Very Best” geboren.

Johan Hugo von Radioclit zeichnet sich übrigens auch verantwortlich für die Produktionen der erst kürzlich erschienenen, hochgelobten digitalen Dancehall-Elektro EP “It Was Written” in Zusammenarbeit mit Terry Lynn. Diese wird von der jamaikanischen Bier-Marke Red Stripe kostenlos zum downloaden bereit gestellt.
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Favela on Blast – der Funk der Favelas

Gestern fand im recht gut gefüllten Berliner Club Maria die Premiere des Filmes Favela on Blast von Wesley Pentz (Diplo) und Leandro HBL statt. Der Film handelt von der Musik der brasilianischen Favelas, dem Funk Carioca, Baile Funk oder einfach nur Funk genannt. Die 2007 entstandene Doku zeigt eine Menge der großen Namen des Baile Funk: MC Catra, Deise Tigrona, MC Leleco, Gaiola da Popozudas, MC Colibri, MC Gorila, MC Preto, und auch die DJ/Producer DJ Sany Pitbull, MC Duda, DJ Grandmaster Rafael, DJ Sanny, DJ Carlos Machado, DJ Marlboro und DJ Sandrihno.

Die Thematik ist in Berlin ganz gut aufgehoben, ist doch mit Man Recordings eines der wenigen außerhalb Brasiliens operierenden Baile Funk – Labels vor Ort und letztes Jahr gewann Tropa de Elite den Goldenen Bären des Filmfestivals Berlinale. Dieser halbdokumentarische und recht gewaltätige Streifen bildet quasi auch den Gegenpol zu “Favela on blast”: Zeigt der erste in schonungsloser Authenzität den Kampf einer (oft weit über die Stränge schlagende) Polizei – Elitetruppe gegen die Gangs der Favelas, gibt es im zweiten Film einfach keine Gangs. Zumindest wird nicht mit einem Wort auf die Strukturen, die die Favelas organisieren (im Guten wie im Schlechten) und zusammenhalten, hingewiesen.
“Favela on Blast” ist also ein reiner Musikfilm, der suggerieren möchte, daß die Favelas eine Art Künstlerkommune seien.

Zu wenig hört man auch über Gewalt und Waffen, was bei einem Genre, das nicht ohne Gewehrsalven in Form von Samples und Lyriks auskommt, befremdet. Dafür werden konsequent die Lyrics untertitelt und der Funk-Interessierte, der des Portugisischen nicht mächtig ist, erfährt, um was es im Funk wirklich geht: Sex. Sex und Sex und nochmal Sex.
Nicht, daß man es nicht vorher geahnt hätte, und deutlicher kann es kaum noch werden. Den Mainstream wird der Film damit nicht gewinnen und auch manchen Fan im Anfangsstadium verschrecken. Und das ist genau der Verdienst von “Favela on Blast”: Dank der wohlgeölten Hype-Maschinerie der Mad Decent – Crew zieht der Film Hippstervolk in das Kino, von denen die wenigsten Funk-Tunes beim Titel kennen dürften. Und sie lernen eines: Baile Funk ist kein harmloses sonnengetränktes Weltmusik-Spektakel, sondern ist Armut, Gewalt und schneller Sex.
Angenehm auch, daß man einfach die Künstler sprechen läßt und spontanen Situationen Raum läßt. Kein belehrender Sprecher im Hintergrund, sondern nur Künstler, die Bailes und die Favelas. Das macht den Film authentisch und absolut sehenswert.

Diskussion im Forum.

Review: Ayiti Diasporap 4 Live

ayiti diasporapWährend die Einflüsse urbaner Musikstile wie Baile Funk, Kuduro, Kwaito und Cumbia auf die globale Clubszene immer stärker spührbar werden und man sich für weltweite musikalische Einflüsse öffnet, hat man frühzeitig den Zahn der Zeit erkannt und mit dem Sampler Ayiti Diasporap 4 Life Vol.1 aus dem Hause Zimgo Records eine 16 Track starke Zusammenstellung veröffentlicht, die die musikalische Vielfalt der haitianischen Rap Szene und Jugendkultur, in der Diaspora, reflektiert.
Insofern stellt der Sampler eine Art Bestandsaufnahme haitianischer Musiker außerhalb Haitis dar.

Seit Ende August 2008 ist Ayiti Diasporap 4 Life Vol.1 in Haiti auf dem Markt und bislang nur dort erhältlich gewesen.
Jetzt hat das Berliner World Bass & Sub-Label von Faluma Records, Bacchanalism den Sampler auch international zugänglich gemacht!

Entstanden ist das Projekt bereits 2007 in der Schweiz, als sich der haitianisch-stämmige Producer TedyBoy mit dem Manager Blan Lokal zusammen setzte. Das Ziel vor Augen eine Compilation zu schaffen, die den Menschen außerhalb Haitis das große musikalische Talent, aber auch die haitianische Kultur nahe legen und den Künstlern die bislang ausgebliebene Anerkennung für ihre Leistungen verschaffen soll.
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Glen Washington – Destiny

glen washingtonEin neues Album von Glen Washington auf VP Records, der wohl eine der markantesten Stimmen im Reggaebiz besitzt, die vor allem die Frauen immer wieder verzaubert.

Hauptsächlich produziert von Lloyd & Michelle Campbell für Joe Fraser Records und Ian Johnson für Jasfar Records gibt’s hier Quality Lovers Rock. Glen widmet sich in bester Gentleman-Manier seinen Lieblingsthemen Liebe, Beziehungen und Gefühlen. Unter den Musikern die verpflichtet werden konnten, tummeln sich illustre Namen wie Dean Fraser, Sly & Robbie, Dwight Pinkney uvm.

Die Riddims, hauptsächlich überarbeitete, altbekannte Produktionen wie z.b. Three Blind Mice, Queen Majesty, Love Me Always und Youthman, bieten Glen den perfekten Background um sich in den richtigen Mood zu grooven und man merkt auf dem ganzen Album, dass es ihm ernst ist mit dem was er singt. Er mag die Frauen wirklich!

Neben den besagten Lovers Themen gibt es aber auch die Roots Reggae Tracks „Brotherly Love“ und „Got To Be Free“, sowie die beiden Cover „Ain’t Too Proud To Beg“ (The Temptations) und „Hooligan“ (John Holt).
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Niney The Observer – Roots with Quality

Letzte Woche flatterte mir ein Päckchen CDs der dhm-Administration ins Haus von denen ich hier ein paar vorstellen möchte:

Niney The Observer – Roots With Quality
Die erste Scheibe kommt von Niney The Observer, ist eine 2 Cd Best Of Collection aus der Reggae Anthology Reihe von 17 North Parade. Das 2007 als Hommage an den historischen Randy’s Record Market in Kingston gegründete Sublabel von VP Records hat sich auf Oldie Reissues und Compilations spezialisiert.

Schon der erste Eindruck und die ersten Tunes hauen mich vom Stuhl. Das Artwork von Supercinq ist einfach nur schön und passt super zum Inhalt. Das Booklet kommt mit guten Fotos, ausführlichen Liner Notes und Informationen, die man sich bei solch einer Compilation wünscht. Die versammelten Stücke, 40 an der Zahl, sind ein toller Einblick in das Werk von Winston Holness aka Niney, der in den 60er Jahren begann mit Joe Gibbs zu produzieren und in den folgenden Jahren die Sessions für Lee Perry und Bunny Lee übernahm. Mit seinem Hit „Blood and Fire“, der natürlich auch auf der CD zu finden ist, schaffte Niney den Aufstieg und veröffentlichte Hits auf seinem „ The Observer“ Label. Er war maßgeblich beteiligt an der Karriere Dennis Browns und produzierte einige der größten Klassiker, die auch heute noch auf jedem Dance rauf und runter laufen.
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„The Whip“-Riddim Review

The Whip FlyerDas Luv Messenger Sound aus Barcelona präsentiert mit seiner Neuauflage des „The Whip“-Riddims eine wahrlich internationale Produktion: ursprünglich eingespielt wurde er von der Wiener Band Rikitik, ergänzt wurde er später von einer Bläsersektion aus Brasillien, die Vocals stammen aus Jamaica, gemixt wurde er in Deutschland von Marc Brehmer a.k.a. Dubiterian, und die 7“-Singles sind schließlich gepresst und vertrieben von African Beat in Lindau.

Wem der Name nichts sagt: der Riddim basiert auf dem Ethiopians-Hit „The Whip“, im Original erschienen 1967 auf Sonia Pottingers „High Note“ Label.

Die Selection kommt mit einem Quartett neuer Singer-Versions: Admiral Tibett singt bei „Never Stop Trying“ darüber, niemals aufzugeben, und liefert die hohe Qualität, die man von ihm gewohnt ist. Elijah Prophet widmet sich in „Leaders Of Tomorrow“ den Kindern von heute, nutzt dabei seine gesanglichen Möglichkeiten aber leider nicht voll aus. Ein erfreuliches Wiederhören gibt es bei „Troubled World“ mit Mark Wonder, den leider viele Produzenten zu ignorieren scheinen. Continue reading “„The Whip“-Riddim Review”