Kalinda
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Kalinda, auch Calinda, batille bois oder Stickfight genannt, ist ein karibischer Kampfsport mit afrikanischen Wurzeln und dem dazu gehörenden kulturellen Elemente wie Tänze und Gesänge. Beim eigentlichen Kampf (meist Stickfight genannt) benutzen die Kombattanten dabei hölzerne Stöcke, die sogenannten poissticks. Nach diesen Stöcken werden die Kämpfer Bois Men genannt. Als Ursprung vermutet man die Hölzer, die die Sklaven zu Abwehr von Schnaken benutzt haben.
Unter dem Begriff Kalinda versteht man auch einen Tanz, der von franz. Pflanzern als Ursprung den Canboulay genannt wurde. Ein weiterer Tanz im Umfeld des Kampfes ist der Gatka, der indische Wurzeln aufweist. Diese Tänze wurden von den Kämpfern als "Beinarbeit" eingesetzt.
Die Gesänge, die sog. kalinda chants, sollten die Kämpfer schmähen und anfeuern. Das Liedgut wurde über Generationen von Chantwells überliefert. Sie bilden einen wichtigen Einfluss auf die Entstehung des Calypsos.
Die eigentliche Kampfarena, eine Kreis gebildet von Musikern, Tänzern und Publikum, nennt sich Gayelle. Im übertragenen Sinne benennt gayelle auch das Zugehörigkeitsgefühl der Kämpfer zu einer Gruppe. Kämpfer der selben Gruppe treten nicht gegeneinander an.
Kämpfe wurden oft während des Karnevals oder an Markttagen ausgetragen und waren ein wichtiges soziales Ereigniss.
Zwar versucht man auch heutzutage, die Tradition des Kalindas mittels spezieller Schulen zu erhalten, jedoch darf der Kampf in seiner ursprünglichen, tödlichen Variante als ausgestorben gelten.
Literarisch verewigt wurde der Stickfighter in der gleichnahmigen Kurzgeschichte von Willi Chen, erschienen in dessen Sammlung "King of Carnival".
Weblinks
Calypsoworld (http://www.calypsoworld.org/trinidad/stickfighter.htm) - Stickfighter

