Riddim
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Ein Riddim ist die Instrumental-Version eines Tunes, die häufig von mehreren Sängern benutzt wird.
Die gleichnamige Zeitschrift, die sich nach diesem - besonders im Reggae und Dancehall sehr wichtigen Begriff - benannt hat, findet man unter Riddim (Magazin).
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Begriff
Riddim oder Rhythm werden die Instrumental-Versionen in der jamaikanischen Musik genannt. Fundament für den Riddim ist die Bassline. Meistens wird auch noch das rythmische Pattern und eine Melodie damit verbunden. Oft gibt es mehrere Tunes auf dem selben Riddim. Manche klassische Riddims, die schon in den 60ern oder 70ern entstanden sind, werden seit Jahrzehnten von den verschiedensten Labels immer wieder neu aufgelegt und mit neuen Tunes versehen. Die jeweiligen Instrumentals nennt man dann Version (Beispiel: Sleng Teng); teilweise werden aber auch die spezifischen Tunes von Sängern auf einem Riddim als Version bezeichnet. Andere Riddims wiederum werden nur für Einzeltunes benutzt und bekommen daher oft keinen eigenen Namen.
Geschichte
Einer der ersten Produzenten der Riddims von anderen Produzenten nachspielen liess um selbst Tunes darauf voicen zu lassen und damit Studiokosten zu sparen, war Bunny "Striker" Lee. Striker war auch einer der ersten, der diese Riddims immer wieder verwendete und im großen Stil DJ-Versions aufnahm.
Während Lee jedoch noch in relativ loser Folge neue Tunes auf bereits veröffentlichten Riddims aufnahm, entwickelte es sich im Laufe der 80er Jahre immer mehr dahin, dass zu einem erfolgreichen Riddim zügig weitere Versions produziert wurden, um den Erfolg des Riddims möglichst effektiv auszukosten. Schon bald erschienen auch die ersten sogenannten One-Riddim-Alben, bei denen eine ganze LP mit Tunes eines einzigen Riddims gefüllt wurde.
Der Beginn der Digitalen Ära begünstigte diese Entwicklung, so dass es gegen Ende der 80er etablierte Vorgehensweise war, dass man bereits vor der ersten Veröffentlichung eines ersten Tunes eine ganze Serie von Versions eines Riddims fertig produziert hatte.
Seit Ende der 90er Jahre erscheinen inzwischen immer mehr Doppel-LPs mit Versions eines Riddims. Dieses Format wurde vor allem gewählt, um sie Selectors schmackhaft zu machen, die dank der zwei Tonträger mit einem Doppelalbum die Tunes nahtlos ineinandermixen können. Voraussetzung für eine solche Veröffentlichung ist allerdings, dass es genügend Tunes auf dem Riddim gibt, um so ein Doppelalbum zu füllen (mindestens 19). Das Resultat dieser Entwicklung ist, dass viele Produzenten inzwischen in der Hoffnung auf eine entsprechende Vermarktung gleich die entsprechende Menge an Tunes produzieren.
Beispiele
Klassische Riddims
Sehr viele Riddims basieren auf Produktionen von Coxsone Dodd die auf Studio 1 veröffentlicht wurden. Bespiele dafür wären:
- Drum Song
- Party Time
- Real Rock
- Rougher Yet
- Rockfort Rock
- Smile
- Swing Easy
- Throw Me Corn
- Undying Love
Nicht zu unterschätzen ist aber auch die große Zahl an Produktionen des Coxsone-Konkurrenten Duke Reid, die vielfach in neuen Versionen reproduziert wurden, wie z.B.:
- Baba Boom
- You Don't Care
- Queen Majesty
- Stealing
Stalag
Der Stalag (http://www.dancehallmusic.de/riddimbase/query.php?category=riddim&id=1465&page=1)-Riddim beruht auf dem Tune "Stalag 17", 1974 aufgenommen von den Techniques und produziert von Winston Riley. Der Titel leitete sich von dem gleichnamigen Billy Wilder-Film (http://www.imdb.com/title/tt0046359/) über ein Kriegsgefangenenlager ab. Der Stalag-Riddim zählt zu den am häufigsten benutzten Riddims und wird bis heute immer wieder neu aufgelegt. Die charakteristische Bassline wurde auch in anderen Genres (z.B. HipHop oder Jungle) verwendet.
Sleng Teng
Der Sleng Teng (http://www.dancehallmusic.de/riddimbase/query.php?category=riddim&id=1431&page=1)-Riddim aus dem Jahr 1985 gilt als der erste prägende Riddim der digitalen Ära im Reggae. Er entstand im Studio von Lloyd 'King Jammy' James und wurde schätzungsweise über 200mal gevoicet.
Aktuelle Entwicklungen
Während es bis vor wenigen Jahren Standard war, einen Riddim unmodifiziert für sämtliche Versions zu verwenden, werden inzwischen zunehmend pro Version Anpassungen des Riddims vorgenommen, um ihn auf die Gesangsparts abzustimmen. Als Auslöser dieser Entwicklung darf wohl der Produzent Steven 'Lenky' Marsden gelten, der die Technik zwar nicht erfand, aber bei Riddims wie Masterpiece (http://www.dancehallmusic.de/riddimbase/query.php?category=riddim&id=987&page=1) und Time Travel (http://www.dancehallmusic.de/riddimbase/query.php?category=riddim&id=1598&page=1) perfektionierte; insbesondere sein Diwali-Riddim aus dem Jahr 2002 kann als stilprägend gelten, da er wie kaum ein Riddim zuvor Erfolge auch in den Pop-Charts beispielsweise der USA feiern konnte.
Mittlerweile sind auch deutsche Produzenten mit ihren Riddims erfolgreich. So konnte Pow Pow aus Köln mit dem Celebrate, dem Shanty Town, dem Blaze, dem Superior und seit April mit dem Gladiator-Riddim internationale Erfolge erzielen. Neben Pow Pow sind unter anderem Germaican Records (Leipzig) und Rootdown Records (Hürth, mit Produzenten T.e.k.a.) stark in der deutschen Produktionsszene vertreten.
Namensgebung von Riddims
Viele, vor allem ältere Riddims sind nach dem ersten oder dem bekanntesten auf ihnen erschienenen Tune benannt (z.B. Waiting in Vain (http://www.dancehallmusic.de/riddimbase/query.php?category=riddim&id=1690&page=1)). Mit dem Erscheinen neuer, populärer Hits auf alten Riddims kann es auch passieren, dass sich neue Namen für bereits bekannte Riddims etablieren. So wurde z.B. der Answer-Riddim (http://www.dancehallmusic.de/riddimbase/query.php?category=riddim&id=63&page=1) ursprünglich für Slim Smiths "Never Let You Go" erschaffen, und erst Jahre später bürgerte sich dank einer Serie populärer DJ-Tunes (Lone Ranger - "The Answer", Ranking Trevor - "Answer Me Question", Dillinger - "Answer me Question") der Name "Answer" ein.
Heutzutage erscheinen Riddims meistens mit einem eigenen Namen, nicht zuletzt, weil heutzutage das Augenmerk bei der Vermarktung von neuen Produktionen viel mehr auf der ganzen Riddim-Serie als auf einzelnen Tunes liegt.
Links zu Riddim-Datenbanken
DHM-Riddimbase (http://www.dancehallmusic.de/riddimbase.php)
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